WBO zum 49-Euro-Ticket: Noch viele Fragen offen

Der Verband der Württembergischen Omnibusunternehmer (WBO) warnt – die Neuauflage einer günstigen bundesweit gültigen Fahrkarte darf kein Verbrauchergeschenk zu Lasten der Verkehrsunternehmen werden.

Ohne eine gesicherte Finanzierung kann das Klimaticket nicht starten, betont WBO-geschäftsführer Witgar Weber, denn die durch Corona und die aktuellen massiven Kostensteigerungen gebeutelten privaten Verkehrsunternehmen seien finanziell am Limit. (Foto: WBO)
Ohne eine gesicherte Finanzierung kann das Klimaticket nicht starten, betont WBO-geschäftsführer Witgar Weber, denn die durch Corona und die aktuellen massiven Kostensteigerungen gebeutelten privaten Verkehrsunternehmen seien finanziell am Limit. (Foto: WBO)
Martina Weyh

Noch viele grundsätzliche Fragen zu einem möglichen 49-Euro-Ticket sind aus Sicht des Verbandes Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) ungeklärt. Schnell soll der 9-Euro-Ticket-Nachfolger kommen, so viel ist immerhin klar – als Termin steht derzeit der 1. Januar 2023 im Raum. Leider hinke die Klärung der grundsätzlichen Fragen diesem ambitionierten Zeitplan hinterher, so der Branchenverband.

Die zentrale Frage lautet für den WBO: Wie schnell kommt das Geld zu den Verkehrsverbünden und Unternehmen, die dieses Projekt schultern müssen? Ohne eine gesicherte Finanzierung, so sieht es nicht nur der WBO, könne das sogenannte Klimaticket nicht starten.

„Die Einnahmeaufteilung und der finanzielle Ausgleich durch die öffentliche Hand müssen VOR dem Start gesichert sein“, betont WBO-Geschäftsführer Witgar Weber.

Die durch Corona und die aktuellen massiven Kostensteigerungen gebeutelten privaten Verkehrsunternehmen seien finanziell am Limit. Die Verkehrsunternehmen müssen die Differenz zwischen den „ursprünglichen“ Einnahmen und verbilligtem 49-Euro-Ticket zeitgleich mit dessen Startschuss auf den Konten haben. Beim 9- Euro-Ticket habe das im Großen und Ganzen funktioniert, so Weber. Für das Nachfolgeticket sei das aber noch nicht in Sicht.

Fragen über Fragen

Offen sei auch, ob es ein rein digitales Ticket werden wird und wer dieses verkaufen kann und darf. Müssen Leistungen im ÖPNV abbestellt werden, damit das Geld insgesamt reicht? Was passiert, wenn das Verbrauchergeschenk doch größere Löcher in die Verbundkassen reißt als prognostiziert? Gibt es eine Nachschusspflicht des Bundes? Überhaupt hätten die Unternehmer im Land derzeit den Eindruck, dass aktuell vorrangig Verbraucherinteressen Rechnung getragen werde.

Branche am Limit

Viele Unternehmen wüssten nicht, wie lange sie sich den teuren Diesel noch leisten könnten – die Kosten stiegen an allen Ecken und Enden, bilanziert der WBO-Geschäftsführer die derzeitige Situation. Wenn die finanziellen Sorgen der Busunternehmen vom Land und seinen Aufgabenträgern nicht endlich ernst genommen würden und auf Worte keine Taten folgten, „dann bleiben Busse zum Jahresende stehen – mit oder ohne Klimaticket“, so Webers düstere Prognose.

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