Zweiter Aktionstag am 17. Juni in Berlin – WBO kämpft mit

Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) will dem Aufruf des Bundesverbandes bdo, der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) und dem Internationalen Bustouristik Verband (RDA) zu einer weiteren Demonstration folgen.

Am 17. Juni sollen wieder 1.000 Busse durch die Hauptstadt rollen, um auf die anhaltende Misere der Branche aufmerksam zu machen. (Foto: busretten.de)
Am 17. Juni sollen wieder 1.000 Busse durch die Hauptstadt rollen, um auf die anhaltende Misere der Branche aufmerksam zu machen. (Foto: busretten.de)
Martina Weyh

Das Konjunkturpaket bringt nicht die erhoffte Hilfe – das Motto „Busunternehmen jetzt retten“ gilt trotz der von Land und Bund verabschiedeten Maßnahmen weiter, so die einhellige Meinung im Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO).

„Wir sind schockiert und enttäuscht“, fasst der WBO-Vorsitzende Klaus Sedelmeier die momentane Situation zusammen.

„Wir haben die Bustouristik im neuen Programm vergeblich gesucht“, ergänzt WBO-Geschäftsführer Dr. Witgar Weber.

Seit 16. März ständen die Reisebusse in Baden-Württemberg still und die privaten Busunternehmen seien faktisch mit einem Tätigkeitsverbot belegt. Zwar hätte das Land Baden-Württemberg als erstes und bislang einziges Bundesland Gelder für die Busbranche beschlossen (40 Millionen Euro für die Bustouristik, 200 Millionen Euro für den ÖPNV).

„Doch aufgrund des Bundes-Konjunkturprogrammes wird nun eine Harmonisierung der Programme angestrebt“, so der WBO-Geschäftsführer.

Dadurch würden sich die Soforthilfen verzögern. Um den wirtschaftlichen Untergang aber noch abzuwenden, müssten die versprochenen Hilfsgelder sehr schnell auf den Konten der Busunternehmen eingehen.

Aus Sicht des Verbandes ist das Konjunkturprogramm aus Berlin für die Bustouristik völlig unzulänglich. Ausschließlich die Vorhaltekosten der Fahrzeuge müssten als Basis für die Soforthilfen zu Grunde gelegt werden, so die Sicht des Verbandes. Auch das immer noch kein verbindliches Konzept vorliege, unter welchen Voraussetzungen die Reisebusse im Ländle ab 15. Juni wieder rollen können, bereite der Branche große Sorgen.

 „Wir haben unseren Vorschlag vor Wochen eingereicht“, so Geschäftsführer Dr. Weber.

Der WBO sieht die Landesregierung am Zug. Die Not unter den Mitgliedern sei groß, der Unmut steigere sich täglich. Deshalb hat sich der WBO entschlossen, dem Aufruf des Bundesverbandes bdo, der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) sowie dem Internationalen Bustouristik Verband (RDA) zu einer weiteren Demonstration zu folgen – 1.000 Busse sollen am 17. Juni in Berlin erneut lautstark auf die andauernde Misere der Branche aufmerksam machen.

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