Reisesicherungsfonds: Ländle setzt Änderung im Bundesrat durch

Jetzt sind Bundesregierung und Bundestag am Zug – der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) appelliert an beide, die Interessen des Mittelstandes im Blick zu behalten und die vom Bundesrat beschlossenen Änderungen zur Insolvenzabsicherung zu übernehmen.

WBO-Geschäftsführer Witgar Weber hofft, dass die Änderungen zum geplanten Reisesicherungsfonds auch von der Bundesregierung übernommen werden und den Bundestag anstandslos passieren. (Foto. WBO)
WBO-Geschäftsführer Witgar Weber hofft, dass die Änderungen zum geplanten Reisesicherungsfonds auch von der Bundesregierung übernommen werden und den Bundestag anstandslos passieren. (Foto. WBO)
Martina Weyh

Gute Nachrichten für die angeschlagene Busbranche: Baden-Württemberg ist im Bundesrat erfolgreich für Änderungen am geplanten Gesetz zur Insolvenzabsicherung für Pauschalreisen eingetreten. Die anderen Länder haben sich den Forderungen des Ländles

  • Hochsetzung der Umsatzschwelle auf 20 Mio. Euro (statt geplanter drei Mio. Euro)
  • eine Verlängerung des Aufbauzeitraums für das Zielkapital um weitere fünf Jahre auf insgesamt zehn Jahre

angeschlossen.

Für WBO-Geschäftsführer Witgar Weber ein wichtiger Schritt: „Wir freuen uns sehr über die wichtige Initiative aus dem baden-württembergischen Wirtschaftsministerium. Bundesregierung und Bundestag sind aufgerufen, diese Änderungen zu übernehmen.“

Zum Hintergrund: Reiseveranstalter sollen nach dem Willen der Bundesregierung verpflichtet sein, Kunden von Pauschalreisen künftig über einen Reisesicherungsfonds abzusichern. Der Fonds soll bei Pleiten sicherstellen, dass die Verbraucher nicht wie im Insolvenzfall von Thomas Cook im Regen stehen.

Ausgenommen sind nach dem ursprünglichen Gesetzentwurf nur Veranstalter, deren Jahresumsatz unter drei Mio. Euro liegt.

„Kleine Anbieter wie die vielen mittelständischen Bustouristiker sind nicht Teil des Problems“, so Weber.

Blieben sie einbezogen, hieße dies: dreifache Sicherheitsleistungen, fünffacher Prämiensatz, ausgehend von aktuellen Marktpreisen. Und das bei einem sehr geringen Insolvenzkostenrisiko einer Busreise. Aus diesem Grund sei eine Heraufsetzung der Umsatzgrenze auf 20 Mio. Euro für mittelständische Betriebe überlebenswichtig, führt der WBO-Geschäftsführer aus.

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