Pflegeversicherung: Beitragsanhebung ab 1. Juli 2023

Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, die Elterneigenschaft, die Anzahl der Kinder und deren Alter in geeigneter Form gegenüber den beitragsabführenden Stellen nachzuweisen.

Zum 1. Juli 2023 wird der gesetzliche Beitragssatz zur Pflegeversicherung von derzeit 3,05 % auf 3,4 % erhöht. (Foto: Pixabay)
Zum 1. Juli 2023 wird der gesetzliche Beitragssatz zur Pflegeversicherung von derzeit 3,05 % auf 3,4 % erhöht. (Foto: Pixabay)
Claus Bünnagel

Zum 1. Juli 2023 wird der gesetzliche Beitragssatz zur Pflegeversicherung von derzeit 3,05 % auf 3,4 % erhöht. Ein neuer Regierungsentwurf sieht dabei eine Entlastung für Eltern mit mehreren Kindern vor. Allerdings ist das Gesetzgebungsverfahren zum Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) aktuell noch nicht abgeschlossen. Die vorgesehenen gesetzlichen Änderungen können sich bis zum 1.7.2023 jederzeit ändern.

Beitragssätze ab dem 1.7.2023:

  • Kinderlose: 4,00 % (Gesamtbeitrag) / 2,30 % (Arbeitnehmer) / 1,70 % (Arbeitgeber)
  • Eltern mit einem Kind (Beitragssatz bleibt lebenslang bestehen): 3,40/1,70/1,70 %
  • Eltern mit 2 Kindern: 3,15/1,45/1,70 %
  • Eltern mit 3 Kindern: 2,90/1,20/1,70 %
  • Eltern mit 4 Kindern: 2,65/0,95/1,70 %
  • Eltern mit 5 und mehr Kindern: 2,40/0,70/1,70 %

Arbeitnehmer mit mehreren Kindern werden ab dem 2. bis zum 5. Kind in Höhe von 0,25 Beitragssatzpunkten je Kind entlastet. Der Abschlag gilt bis zum Ende des Monats, in dem das Kind jeweils sein 25. Lebensjahr vollendet hat. Danach entfällt der Abschlag für diese Kinder.

Notwendige Vorbereitungen für Arbeitgeber zum 1.7.2023

Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, die Elterneigenschaft, die Anzahl der Kinder und deren Alter in geeigneter Form gegenüber den beitragsabführenden Stellen (Lohnabrechnung) nachzuweisen, wenn diese Angaben nicht bereits aus anderen Gründen bekannt sind (vgl. § 55 Abs. 3 S. 6 SGB XI neu). Selbstzahler müssen die Elterneigenschaft gegenüber der Pflegekasse nachweisen. Die Vorgehensweise bei Adoptivkindern ist noch nicht abschließend geklärt. Daher sollten Sie auch in diesem Fall einen Nachweis der Elterneigenschaft (z.B. Geburtsurkunde) anfordern.