Insolvenzabsicherung: Swiss Re steigt aus Kundengeldabsicherung aus

Damit besteht der Markt nur noch aus drei Anbietern: Hanse Merkur/Tourvers, R+V Versicherung und Zurich.

Das Anbieterfeld bei der Kundengeldabsicherung wird immer kleiner. (Foto: Pixabay/geralt)
Das Anbieterfeld bei der Kundengeldabsicherung wird immer kleiner. (Foto: Pixabay/geralt)
Claus Bünnagel

Mit Swiss Re zieht sich nach Informationen der fvw ein weiterer Versicherer aus der Kundengeldabsicherung zurück. Die bestehenden Verträge sollen erfüllt werden, heißt es vom Unternehmen. Man werde für den Übergang zudem prüfen, ob Verträge solange verlängert werden können, bis die von der Bundesregierung geplante Neuregelung der Insolvenzsicherung greife. Ein fixes Enddatum für den Ausstieg gebe es deshalb nicht. Makler und Kunden sollen bereits weitgehend informiert sein. 

Folgen aus der Thomas-Cook-Insolvenz

Reiseanbieter haben derzeit kaum Möglichkeiten, einen neuen Kundengeldabsicherer zu finden, den sie für die Ausstellung eines Sicherungsscheins brauchen. Das hat mehrere Gründe: Die Insolvenz von Thomas Cook im September 2019 hatte zu einem enormen Schaden geführt. Die Coronakrise und ihre wirtschaftlichen Folgen, die die Reisewirtschaft mit am härtesten treffen, haben die Ratings von Reiseunternehmen drastisch verschlechtert. Die Neuregelung der Kundengeldabsicherung kommt deutlich später als von der Politik angekündigt. Alle diese Faktoren haben die Risikoneigung der verbliebenen Absicherer gegen Null gedrückt, weshalb Wechsel oder Neuabschlüsse derzeit nahezu unmöglich sind. Im Herbst 2020 war mit HDI bereits ein Versicherer aus der Kundengeldabsicherung ausgestiegen und hatte dies ebenfalls strategisch begründet. Damit besteht der Markt nur noch aus drei Anbietern: Hanse Merkur/tourVers, R+V Versicherung und Zurich.

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