Verkehrssicherheit: Schlecht lesbare Verkehrsschilder bergen Risiken

Ein Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, die Straßenschilder in Deutschland genauer unter die Lupe zu nehmen und weist darauf hin: Verkehrsschilder sind wichtig, können ihre Funktion jedoch nur erfüllen, wenn sie intakt sind.

„Vision Zero” – null Verkehrstote – ist das Ziel der Europäischen Union. Für den SÜV kann der rechtzeitige Austausch von schlecht erkennbaren Verkehrsschildern zum Erreichen dieses Ziels beitragen. (Foto: Schilderüberwachungsverein e. V.)
„Vision Zero” – null Verkehrstote – ist das Ziel der Europäischen Union. Für den SÜV kann der rechtzeitige Austausch von schlecht erkennbaren Verkehrsschildern zum Erreichen dieses Ziels beitragen. (Foto: Schilderüberwachungsverein e. V.)
Claus Bünnagel
(erschienen bei Transport von Anna Barbara Brüggmann)

Im Jahr 2014 wurde der sogenannte Schilderüberwachungsverein e.V. (SÜV) gegründet, mit dem Ziel die Verkehrssicherheit zu erhöhen, zum Beispiel durch den rechtzeitigen Austausch von schlecht erkennbaren Verkehrsschildern. Denn Verkehrsschilder sollen bei Tag und Nacht Orientierung sowie Sicherheit bieten. Oft befinden sie sich laut SÜV aber in einem schlechten Zustand, sind verblasst, beklebt, beschmiert oder zu alt. Nach Angaben des Vereins lässt die Wirkung der Retroreflexion der Verkehrsschilder mit der Zeit stark nach, in der Regel nach etwa 10 bis 12 Jahren. Und verblasste Schilder können nachts nicht mehr gesehen werden.

Auch in diesem Jahr nahm der SÜV unter dem Motto „Gute Schilder schützen dich“ eine sogenannte Schildercheck-Tour durch die zwölf größten Städten der Bundesrepublik vor. Hunderte Verkehrsschilder in den Innenstädten sowie auch in den Randbezirken wurden geprüft und deren Zustand dokumentiert. Das Ergebnis wurde in einer Art Städte-Ranking zusammengefasst. In Deutschland sei etwa jedes vierte Schild älter als 15 Jahre und stelle dadurch ein Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr, meint der Verein.

Vorbildlich zeigten sich im Test die Städte Stuttgart, Dresden und Essen. Die Städte Dortmund, München und Köln schnitten hingegen am schlechtesten ab: Sowohl im Zentrum als auch in den Randbezirken fanden die Tester nach eigener Aussage viele Schilder in verdrecktem, altem und schlecht erkennbaren Zustand.

Bilder und Ergebnisse der Überprüfung wurden in einem Booklet mit dem Titel „Die Schildercheck Tour“ zusammengefasst – einzusehen auf dem Instragram-Kanal des Schilderüberwachungsvereins.

Verkehrsschilder sollen uns schützen, aber in schlechtem Zustand stellen sie eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer dar“, erklärt Gregor Becker, Geschäftsführer und Leiter der Fachabteilung Verkehrszeichen des Industrieverbands Straßenausstattung e. V., und ergänzt: „Natürlich ist das Ranking des SÜV nicht wissenschaftlich fundiert. Aber der Verein setzt damit ein symbolisches Zeichen und macht auf die Missstände aufmerksam.

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