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Regelmäßige Kontrollen machen den Bus sicher

Eines der sichersten Verkehrsmittel sind Busse, vorausgesetzt, sie werden regelmäßig auf Sicherheit kontrolliert und sind mit Fahrerassistenzsystemen ausgestattet. Das hat der TÜV-Verband jetzt bescheinigt.

Der TÜV-Verband bescheinigt Reisebussen wie dem Volvo 9900 hohe Sicherheitsstandards. (Bild: Claus Bünnagel)
Der TÜV-Verband bescheinigt Reisebussen wie dem Volvo 9900 hohe Sicherheitsstandards. (Bild: Claus Bünnagel)
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Redaktion (allg.)
(erschienen bei PROFI-Werkstatt von Martin Schachtner)

Im Kontext der jüngsten Unfälle mit Beteiligung von FlixBus (busplaner berichtete) gab der Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) Hinweise zur Sicherheit von Reise- sowie Linienbussen bekannt. In Deutschland waren 2018 über 79.000 Reise- und Linienbusse zugelassen. Das durchschnittliche Alter lag bei 8,6 Jahren. Laut VdTÜV gehören Busse zu den sichersten Verkehrsmitteln. Der Verband belegte diese Behauptung statistisch: Danach seien zwischen 2007 und 2016 durchschnittlich 0,17 Reisende pro einer Milliarde Personenkilometer bei Busunfällen getötet worden. Zum Vergleich: Nur die Bahn lag mit 0,04 getöteten Reisenden darunter, bei den Pkw waren es 2,12 Reisende.

Das Statistische Bundesamt hat die häufigsten Fehler ausgewertet: Am häufigsten waren es Abstandsfehler mit 14,2 Prozent sowie Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren mit 11,4 Prozent. Danach folgen: falsches Verhalten gegenüber Fußgängern in 9,1 Prozent, Vorfahrts- beziehungsweise Vorrangfehler in 7,8 Prozent und eine nicht angepasste Geschwindigkeit in 5,2 Prozent der Unfälle.

Daneben komme es immer wieder zu Busbränden. Dies entstünden häufig durch undichte Stellen oder Leitungen im Motorraum. Im Jahr 2018 gehörte der Ölverlust an Motor und Antrieb zu den häufigsten Ursachen für eine Nichterteilung der TÜV-Plakette, wie der VdTÜV mit Verweis auf den TÜV Bus-Report erinnerte. Dagegen entstehen lediglich 15 Prozent der Busbrände im Innenraum. Nach dem verheerenden Brand eines Reisebusses mit 20 Todesopfern im Jahr 2008 gelten geänderte Brandschutz-Vorschriften für Neufahrzeuge. Seit 2017 müssen die Innenraummaterialien für neu zugelassene Busse zusätzlichen Brandtests unterzogen werden. Stoffe von Sitzbezügen oder Vorhänge dürfen laut VdTÜV erst nach einer bestimmten Zeit Feuer fangen bzw. schmelzen. Seit Mitte 2018 ist für neue Reisebusse (Fahrzeugtypen der Klasse 3) zudem der Einbau von Feuerlöschsystemen im Motorraum verpflichtend. Sensoren warnen die Fahrerinnen und Fahrer vor großer Hitzentwicklung.

Technische Überwachung

Für in Deutschland zugelassene Busse gelten hohe Sicherheitsbestimmungen. Ab acht Fahrgastplätzen müssen Kraftomnibusse jedes Jahr zur Hauptuntersuchung (HU), wobei der amtliche Prüfkatalog rund 145 Punkte umfasst. Zusätzlich müssen Busse eine regelmäßige Sicherheitsprüfung (SP) durchlaufen, die einen Check der wichtigsten Komponenten umfasst. Die erste SP ist sechs Monate nach der ersten HU vorgeschrieben, die zweite SP sechs Monate nach der zweiten HU. Nach drei Jahren müssen Busse dann jedes Vierteljahr zur SP.

VdTÜV-Angaben zufolge schafften 2018 72,5 Prozent der Busse die HU ohne Mängel. Geringe Mängel wiesen 15,3 Prozent auf und 12,2 Prozent fielen wegen erheblicher Mängel bei der HU durch. Wegen der wesentlich höheren Kontrolldichte schneiden sie damit wesentlich besser ab als Pkw. Bei Letzteren liege die Quote erheblicher Mängel bei 21,2 Prozent.

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