NRW-Verkehrsminister kündigt weitreichende Infrastruktur-Investitionen an

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer hat am heute Deutschlands wichtigste Infrastrukturmesse eröffnet. Fast 200 Aussteller aus 15 Ländern präsentieren in Essen drei Tage lang Lösungen für die wachsenden Anforderungen an die öffentliche Infrastruktur.

400 Brücken in zehn Jahren verspricht NRW-Verkehrsminister Krischer auf der Messe.| Foto. InfraTech
400 Brücken in zehn Jahren verspricht NRW-Verkehrsminister Krischer auf der Messe.| Foto. InfraTech
Claus Bünnagel
(erschienen bei taxi heute von Thomas Kanzler)

Der Minister hob hervor, dass Investitionen in die öffentliche Infrastruktur von zentraler Bedeutung seien und bekräftigte das Ziel, innerhalb von zehn Jahren alle 400 sanierungsbedürften Straßenbrücken in NRW neu zu bauen oder zu sanieren. Partner der Infrastrukturmesse ist der Landesbetrieb Straßen.NRW.

Aus 15 Ländern kommen die fast 200 Aussteller, die in der Messe Essen drei Tage lang bis Donnerstag Lösungen für die wachsenden Anforderungen an die öffentliche Infrastruktur präsentieren. Das reicht von Kanalsystemen, die besser Starkregenereignisse bewältigen können, neuartigen Fahrbahnoberflächen, die sich weniger aufheizen, Bewässerungssysteme für Bäume in den Städten und neue Techniken zur Sanierung öffentlich Abwasser- und Versorgungssysteme. Dabei spielt die Digitalisierung eine große Rolle, um Sanierungen schneller und effektiver abzuwickeln. Besonderes Augenmerk legt die Branche allerdings auf die Sanierung des Straßennetzes und von Brücken.

„Unsere Infrastruktur ist in die Jahre gekommen“, erklärt Krischer. „Wir müssen die Fehler der Vergangenheit aufarbeiten und 400 Brücken im Land innerhalb von zehn Jahren neu bauen oder sanieren. Das sind 40 Brücken pro Jahr. Das ist ein riesiges Investitionsprogramm.“

Für kleinere Maßnahmen soll es verstärkt „funktionale Ausschreibungen“ geben, in denen Unternehmen selbst Lösungsvorschläge etwa für einen Brückenbau machen und das Bauwerk nicht detailliert vorgeschrieben wird.

Keine „Einzelkunstwerke“ sondern einfaches Bauen

Zugleich machte sich der Minister gemeinsam mit der Technischen Direktorin von Straßen.NRW, Petra Beckefeld, für den stärkeren Einsatz modularen Bauens ein, um die Kosten zu senken und das Bauen zu beschleunigen. Der Verkehrsminister kritisierte die aktuelle Genehmigungspraxis durch den Bund, der viele Verfahren verzögere denn die Straße sei weiterhin zentral für den Waren- und Personenverkehr.

„Nicht jede Brücke kann ein Einzelkunstwerk sein, wir brauchen mehr Standardisierung. Warum jedes Projekt einen grünen Vermerk aus dem Bundesverkehrsministerium braucht, verstehe ich nicht“, so Krischer, „Die Straße bleibt mit Abstand unsere wichtigste Verkehrsinfrastruktur“.

Internationale Aussteller

Wie wichtig Deutschland für Unternehmen ist, die sich auf Dienstleistungen für die sanierungsbedürftige Infrastruktur spezialisiert haben, verdeutlicht die Ausstellerliste der InfraTech. So sind in Essen fast 200 Unternehmen aus 15 Ländern zu Gast, neben Deutschland auch aus den USA, Italien, der Türkei, aus den Benelux-Ländern, Frankreich, Finnland, Dänemark, aus Österreich und Ungarn, aus Polen, Serbien und Montenegro.

„Es ist gut, dass so viele qualifizierte Unternehmen aus Europa und den USA ihr Know-how anbieten, um bei steigenden Bau- und Rohstoffkosten sinnvoll in die Infrastruktur investieren zu können“, so Messechefin Annemieke van Otter vom Messeveranstalter Rotterdam Ahoy. „Die InfraTech ist eine Plattform für Innovationen.“