Vor der Wahl: DTV fordert ein Wiederaufbauprogramm für den Tourismus

Der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, Reinhard Meyer, richtet klare Worte an die Politik – vonnöten ist aus seiner Sicht ein Wiederaufbau- und Modernisierungsprogramm, das die mittelständisch geprägte Branche bei Investitionen in Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Klimafolgenanpassung, bei der Digitalisierung oder bei Innovationen unterstützt.

DTV-Präsident Reinhard Meyer fordert von der künftigen Bundesregierung mehr Unterstützung „um den Wirtschaftsfaktor Tourismus mit noch besserer Qualität wieder auf die Erfolgsschiene zu bringen“. Dazu gehört aus seiner Sicht vor allem auch eine bessere Koordinierung der Tourismuspolitik auf Bundesebene. (Foto: DTV)
DTV-Präsident Reinhard Meyer fordert von der künftigen Bundesregierung mehr Unterstützung „um den Wirtschaftsfaktor Tourismus mit noch besserer Qualität wieder auf die Erfolgsschiene zu bringen“. Dazu gehört aus seiner Sicht vor allem auch eine bessere Koordinierung der Tourismuspolitik auf Bundesebene. (Foto: DTV)
Martina Weyh

Ein Drittel weniger Übernachtungen als im Vorjahreszeitraum – bilanziert der DTV das erste Halbjahr 2021. Auch wenn die Nachfrage in der Sommersaison in den deutschen Destinationen gut gewesen sei und besonders Wandern, Radfahren, Camping-, Reisemobil- oder Wassertourismus boomten, der Deutschlandtourismus habe sich noch lange nicht stabilisiert.

Vor diesem Hintergrund nimmt der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), Reinhard Meyer, die Politik in die Pflicht und hat die Erwartungen seines Verbandes an die künftige Bundesregierung vorgestellt.

„Der Tourismus läuft langsam wieder an. Vieles geht wieder. Das Schlimmste, was jetzt kommen könnte, wäre eine erneute Lockdown-Diskussion. Die Branche sorgt für sicheres Reisen, unterstützt die 3G-Regel und wirbt für die Impfung. Zunehmend wird in der Branche auch selbstkritisch auf Probleme wie den Fachkräftemangel und auf die notwendigen Anforderungen beim Thema Nachhaltigkeit reagiert.“ (DTV-Präsident Reinhard Meyer)

Die politische Unterstützung ist für den DTV-Chef dabei unabdingbar „um den Wirtschaftsfaktor Tourismus mit noch besserer Qualität wieder auf die Erfolgsschiene zu bringen und im Wettbewerb bestehen zu können“.

„Der Tourismus braucht ein Wiederaufbau- und Modernisierungsprogramm, das die mittelständisch geprägte Branche bei Investitionen in Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Klimafolgenanpassung, bei der Digitalisierung oder bei Innovationen unterstützt. Wir brauchen darüber hinaus weiterhin einen kommunalen Rettungsschirm, damit die Kommunen mit der Finanzierung der touristischen Infrastrukturen vor Ort, von denen alle profitieren, nicht allein gelassen werden.“

Der Tourismus müsse in seiner strukturellen Bedeutung für die regionale Wirtschaft und die Infrastruktur von der Politik ernst genommen werden. Dazu gehöre vor allem auch eine bessere Koordinierung der Tourismuspolitik auf Bundesebene.

„Wir brauchen einen Staatssekretär in der Bundesregierung, der ausschließlich für Tourismus zuständig ist und nicht zahlreiche weitere Aufgaben hat.“

Auch die Fertigstellung der Nationalen Tourismusstrategie bleibe ein wichtiges Anliegen der Branche, nachdem in der zurückliegenden Wahlperiode nur ein Aktionsplan mit vielen bunten Bildern und wenig Inhalt herausgekommen sei. „Weniger Bilder und dafür Inhalt“ – das sei der richtige Ansatz.

„Der Tourismus gehört in den Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik.“

Er sei eine Zukunftsbranche und ein elementarer Wirtschaftsfaktor mit schon jetzt rund 3 Mio. Beschäftigten.

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