DTV: Enttäuschung über Fortbestand des Übernachtungsverbots

Der Branchenverband fordert einmal mehr passgenaue Hilfen für den Deutschlandtourismus.

Der DTV hält eine Taskforce aus Politik, Tourismusbranche und Virologen zur Erarbeitung praktikabler und wirksame Lösungen für die kommenden Wochen und Monate für zwingend notwendig. (Foto: pixabay)
Der DTV hält eine Taskforce aus Politik, Tourismusbranche und Virologen zur Erarbeitung praktikabler und wirksame Lösungen für die kommenden Wochen und Monate für zwingend notwendig. (Foto: pixabay)
Martina Weyh

Als herben Rückschlag bezeichnet der Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) Norbert Kunz den Fortbestand des derzeitigen Übernachtungsverbots.

„Der Urlaub in Deutschland hat, wenn man die Regeln einhält, kein besonderes Gefährdungspotential. Die Gastgeber von Ferienwohnungen und Hotels haben bewiesen, dass sie die Kontakt- und Hygieneregeln ernst nehmen und umsetzen. Über 45 Millionen Übernachtungen im ganzen Land allein im Juli zeigen das deutlich. Übernachtungen sind nicht das Problem und sollten deshalb weiterhin möglich sein“, begründet Kunz seine Einschätzung der Lage.

Dabei zeige das neue Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute wie wichtig es sei, die Wirtschaft am Laufen zu halten. Das gelte insbesondere für die Tourismuswirtschaft mit rund 3 Mio. Beschäftigten, die durch die Corona-Pandemie mit am härtesten betroffen sei. 35 Mrd. € Umsatzverluste allein im ersten Halbjahr seien durch den Lockdown verursacht worden.

Passgenaue Hilfen angemahnt

Flankierend zur Aufhebung des Übernachtungsangebots fordert der DTV finanzielle Hilfen, die in der Branche auch ankommen. Die Die geringen Mittelabrufe zeigten, so der Verband, dass die Hilfen nach wie vor nicht ausreichend passten und es mit einer reinen Verlängerung der Überbrückungshilfen nicht getan sei.

„Der Gesundheitsschutz und die wirtschaftliche Erholung sind zwei Seiten derselben Medaille. Es bleibt Aufgabe der Regierungschefs in Bund und Ländern, beides zu berücksichtigen“, so Kunz

und mahnt erneut eine Taskforce aus Politik, Tourismusbranche und Virologen an, um praktikable und wirksame Lösungen für die kommenden Wochen und Monate erarbeiten.
 

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