DRV-Mitglieder: Umsatzrückgänge von bis zu 95 %

Vom IT-Anbieter bis zur Versicherung: Weltweiter Reisestopp zwingt auch assoziierte DRV-Mitglieder in die Knie.

Die große Mehrheit der DRV-Mitglieder leidet unter massiven Umsatzverlusten. (Foto: Pixabay/Gam-Ol)
Die große Mehrheit der DRV-Mitglieder leidet unter massiven Umsatzverlusten. (Foto: Pixabay/Gam-Ol)
Claus Bünnagel

Susanne S. Schick, Vizepräsidentin der assoziierten Mitglieder (Säule E) im Deutschen Reiseverband (DRV), macht auf die Lage der Unternehmen und Dienstleister, die weder Reisemittler noch Veranstalter sind, aufmerksam: 

Die Mehrheit der assoziierten Mitglieder hat weiterhin mit Umsatzrückgängen von über 70 % zu kämpfen, nicht wenige klagen über einen dramatischen Einbruch von bis zu 95 %.

Damit fasst Schick ein Stimmungsbild zusammen, das sie unter den über 500 Säule E-Unternehmen eingeholt hat. 

Gesamte Reisewirtschaft betroffen

Es ist die größte Krise der Reisewirtschaft, die durch die Folgen der Covid-19-Pandemie ausgelöst worden ist. Es trifft die gesamte Reisewirtschaft – neben Reisebüros, Reiseveranstaltern und Kreuzfahrtgesellschaften eben auch Mietwagenanbieter, Buchungssystemanbieter, Reiseversicherungen, Flughäfen und alle anderen an der Reisekette beteiligten Unternehmen und touristischen Dienstleister wie IT-Anbieter, Tourismusorganisationen, Hotels und Fremdenverkehrsämter. Sie alle leben überwiegend vom weltweiten Tourismus und leiden weiterhin unter der seit dem 17. März geltenden Reisewarnung. 

70 % Auslandsreisen

Vom Deutschlandtourismus profitieren die wenigsten, da 70 Prozent aller über 71 Millionen Reisen der Deutschen ins Ausland führen. 

Bislang gibt es auch keine konkrete Perspektive und Planungssicherheit, wann es mit dem Geschäft gerade für die Fernziele wieder losgehen kann. (Susanne S. Schick) 

Mit einer wirtschaftlichen Erholung rechnet demnach so schnell kaum jemand unter den assoziierten Mitgliedern. Eher befürchten sie Auswirkungen durch Insolvenzen von Kunden.

Auch die Hilfen der Bundesregierung, etwa aus dem Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket, sind für die meisten nicht ausreichend. (Susanne S. Schick) 

So sehen sie die Anhebung und Verlängerung des steuerlichen Verlustrücktrags eher als ungenügend, genauso wie die Überbrückungshilfen zur Abfederung des Umsatzausfalls, da diese nur bis August greifen und damit die Laufzeit zu gering ist. 

Und es ist mehr als fraglich, dass von August an das Geschäft mit den weltweiten Reisen wieder ans Laufen kommt. Die Dauer der Überbrückungshilfen reicht also bei weitem nicht aus, um das Überleben vieler Unternehmen der Reisewirtschaft zu sichern. (Susanne S. Schick) 

Als immerhin sehr hilfreich sehen die Dienstleister an, dass die vereinfachten Regeln zum Kurzarbeitergeld über den 31. Dezember 2020 Bestand haben sollen, denn fast überall habe man Kurzarbeit einführen müssen. Dennoch befürchtet DRV-Vizepräsidentin Schick massive Auswirkungen auf die rund 3 Mio. Arbeitsplätze in der Reisewirtschaft.

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