WBO: Fahrermangel – Appell an Scheuer

Der Busführerschein in Deutschland ist dreimal so teuer alsin Österreich. Anlass für denWBO, einenHilferuf an den Bundesverkehrsminister abzusetzen.

WBO-Geschäftsführer Dr. Witgar Weber fordert Änderungen bei der IHK-Grundqualifikationsprüfung. (Foto: WBO)
WBO-Geschäftsführer Dr. Witgar Weber fordert Änderungen bei der IHK-Grundqualifikationsprüfung. (Foto: WBO)
Claus Bünnagel

Der Erwerb des Führerscheins in Deutschland ist mit hohen Kosten verbunden. Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) hat sich diesbezüglich mit einem Hilferuf an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gewandt. Bei einem Frühstück in Ludwigsburg, bei dem Scheuer auf Einladung von Steffen Bilger (MdB) zu Gast war, gaben WBO-Vorsitzender Klaus Sedelmeier und Geschäftsführer Dr. Witgar Weber dem Minister aktuelle Anliegen des Verbands mit auf den Weg nach Berlin. 

Hürden beim Erwerb des Busführerscheins

Zur Sprache kamen dabei die Hürden beim Erwerb des Busführerscheins, die nach Ansicht des WBO ein zentrales Problem bei der Gewinnung von Busfahrern darstellen. „Der Führerschein und die erforderliche Grundqualifikation kosten unverhältnismäßig viel“, so der Vorsitzende Sedelmeier. „Im Vergleich zu Österreich ist der Busführerschein in Deutschland dreimal so teuer.“ Zu viel für manche Unternehmer, die ihr Fahrpersonal auf eigene Kosten ausbilden. 

IHK-Grundqualifikationsprüfung in Deutsch

Erschwerend kommt hinzu, dass die zusätzlich neben der Fahrerlaubnis erforderliche Grundqualifikationsprüfung bei einer IHK schriftlich in Deutsch abgelegt werden muss. „Für viele Bewerber ist das ein großes Hindernis, das den Fahrermangel weiter verschärft“, betont WBO-Geschäftsführer Weber in einem Brief an den Bundesverkehrsminister. Zumal Fahrer,  diefür die entsprechende Qualifikation in einem anderen EU-Staat in ihrer Heimatsprache geprüft wurden, nach EU-Recht in Deutschland als Busfahrer arbeiten dürfen, ohne dass ihre Deutschkenntnisse eine Rolle spielen – für den WBO nicht nachvollziehbar. „Um auch auf Fahrpersonal aus Nicht-EU-Ländern zurückgreifen zu können, halten wir es für geboten, die heutige Praxis im Rahmen der Novellierung des Berufskraftfahrerqualifikationsgesetzes zu ändern“, so der nachdrückliche Hinweis des Verbands an die Bundespolitik in Berlin.

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