Spritkostenexplosion: RDA & gbk fordern Steuerfreiheit für Busreiseveranstalter

Angesichts der exorbitanten Verteuerung von Energie- und Treibstoffkosten machen sich beide Branchenverbände für die steuerfreie Abgabe von Dieselkraftstoffen an Busreiseveranstalter stark.

Die Graphik zeigt es deutlich – der Bus ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Steuerlich belohnt wird das bislang noch nicht. (Foto: RDA)
Die Graphik zeigt es deutlich – der Bus ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Steuerlich belohnt wird das bislang noch nicht. (Foto: RDA)
Martina Weyh

Der Dieselpreis steigt und steigt – der dringend benötigte Neustart, der sich für die Reisesaison 2022 zunächst positiv abgezeichnet hat, scheint durch die extreme Energie- und Treibstoffkostenverteuerung gefährdet zu sein. Deshalb fordern RDA Internationaler Bustouristik Verband und die Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) zukünftig die steuerfreie Abgabe von Dieselkraftstoffen an Busreiseveranstalter.

Die rund 1.200 überwiegend familiengeführten Traditionsbetriebe der Bus- und Gruppentouristik waren von der Corona-Krise besonders stark betroffen – Busreiseverbote und weitere Einschränkungen während der Pandemie führten in den vergangenen zwei Jahren zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden, die nur teilweise durch staatliche Hilfen kompensiert werden konnten und jetzt die steigenden Spritpreise, die die Branche erneut in schwere Fahrwasser bringen.

Steuerliche Entlastung tut not

Reisebusverkehre gehören nach Angaben des Umweltbundesamts zu den emissionsärmsten und damit klimafreundlichsten Reiseverkehren überhaupt, werden steuerlich aber nicht entlastet. So fehle nicht nur der notwendige marktwirtschaftliche Impuls für den Verbraucher, bei der Wahl des Reiseverkehrsträgers den energieeffizienten Reisebus vorzuziehen, vielmehr werde durch die Steuerfreiheit von Flugbenzin innerhalb der EU ein klimaschädlicher und damit falscher Verbraucheranreiz gesetzt, kritisieren RDA und gbk.

„Mit diesem Dieselpreis, der zu einem Großteil aus Steuern besteht, werden wir die mittelständischen Strukturen der Bus- und Gruppentouristik gerade im ländlichen Raum nicht vollständig erhalten können“, stellt gbk-Chef Hermann Meyering fest.

Durch eine pauschale Absenkung der Energie- und Treibstoffkosten für den gesamten Straßenverkehr werde der notwendige marktwirtschaftliche Verbraucherimpuls zugunsten des effizienten und klimafreundlichen Reisebusses erneut ausbleiben, so Meyerings Befürchtung.  Deshalb sei es wichtig, den Dieselkraftstoff zukünftig für Busreiseveranstalter steuerfrei zu stellen.

„Die steuerliche Entlastung bei der Bahn hatte eine klimapolitische Grundlage, die für Reisebusverkehre gleichfalls vorliegt“, betont RDA-Präsident Benedikt Esser.

Dennoch seien nur die Bahn- nicht aber die Reisebusverkehre steuerlich entlastet worden, beklagt er.

„Die Busreiseveranstalter erwarten nach zwei katastrophalen Jahren in der Corona-Pandemie und der enormen Verteuerung des Dieselkraftstoffes, dass den klimapolitischen Aussagen der Politik nun endlich Taten folgen und Dieselkraftstoffe für Busreiseveranstalter steuerfrei gestellt werden.“

Das letzte, was die Busreisebranche jetzt gebrauchen könne, sei die künstliche Verteuerung des Dieselpreises durch Steuern, heißt es von RDA-Seite.

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