Reisebusverkehr: Branche fordert weitere Rettungsmaßnahmen

Der bdo und die Landesverbände haben dazu einen Maßnahmenkatalog mit Vorschlägen erarbeitet.

Vielen mittelständischen Bustouristikunternehmen droht ohne staatliche Hilfe die Insolvenz. (Foto: Pixabay/geralt)
Vielen mittelständischen Bustouristikunternehmen droht ohne staatliche Hilfe die Insolvenz. (Foto: Pixabay/geralt)
Claus Bünnagel

Der bdo und die Landesverbände haben gestern in Berlin einen Katalog mit dringend notwendigen Maßnahmen zur Rettung der mittelständischen Bustouristik vorgelegt. Die finanzielle Lage der Reisebusunternehmen ist aufgrund der Reiseverbote inzwischen dramatisch. Durch bereits erbrachte Vorauszahlungen an Leistungsträger auf der einen Seite und Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber Kunden aufgrund höherer Gewalt auf der anderen Seite steht die Branche kurz vor einer Insolvenzwelle. 

Hilfsinstrumente greifen nicht

Die bislang von der Bundesregierung in Aussicht gestellten bzw. bereits aufgelegten Hilfsinstrumente greifen bei den meisten Unternehmen in der Reisebusbranche nicht. Die Maßnahmen sind auf Kleinstbetrieben maßgeschneidert oder zur Unterstützung von Großkonzernen ausgelegt. Dazwischen klafft eine Lücke, in der viele mittelgroße Unternehmen zu verschwinden drohen. 

Maßnahmenkatalog

Der bdo und die Landesverbände haben daher einen Maßnahmenkatalog mit folgenden weiteren Vorschlägen erarbeitet, die sich an der tatsächlichen Lage der Betriebe orientiert und deren Fortbestand sichern soll: 

  1. Finanzielle Soforthilfen (nicht rückzahlbar) für mittelgroße Unternehmen gewähren 
  2. Schnelle Überbrückungskredite mit mind. 15 Jahre Laufzeit, unverzinst, durch staatliche Bürgschaft zu 100 % gesichert 
  3. Rückerstattungspflicht des Reisepreises an Kunden innerhalb von 14 Tagen nach BGB aussetzen und auf ein Jahr ausdehnen, verbunden mit Umbuchungsmöglichkeit innerhalb dieser Frist 
  4. Abmeldung von Fahrzeugen erleichtern. Eingang des Antrags muss entscheidend für die Berechnung der Kfz-Steuerhöhe sein
  5. Umsatzsteuersatz für alle Busverkehre auf 7 % senken. 

Den Maßnahmenkatalog finden Sie beigefügt.

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