DRV moniert fehlende Öffnungsdebatte

Der Deutsche Reiseverband wirft der Bundesregierung u.a. vor, Fakten zur geringen Infektionsgefahr in der Reisebranche zu ignorieren.

DRV-Präsident Norbert Fiebig sieht die Politik in der dringenden Pflicht der Reisebranche eine konkrete Öffnungsperspektive zu geben. (Foto: DRV)
DRV-Präsident Norbert Fiebig sieht die Politik in der dringenden Pflicht der Reisebranche eine konkrete Öffnungsperspektive zu geben. (Foto: DRV)
Martina Weyh

Aus Sicht des Deutschen Reiseverbandes (DRV) sind die Corona-Beschlüsse der gestrigen Beratungen in der MPK nicht nur enttäuschend – sie machen die Branche fassungslos. Der Branchenverband fordert:

„Der Tourismus muss Teil der Öffnungsdebatte sein. Die Bundesregierung ignoriert ganz offensichtlich vorliegende Fakten mit Blick auf die geringe Infektionsgefahr im Tourismus. Dies sind: Erstens, dass die organisierte Reise nach einer Studie des Robert-Koch-Institut nachweislich kein Pandemietreiber ist. Zweitens, dass Hotels im Vergleich zu Privathaushalten nachweislich sicherere Orte sind. Drittens, dass das Ansteckungsrisiko in einem Flugzeug um ein Vielfaches geringer ist als etwa in einer S-Bahn. Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich und inakzeptabel, dass sich der Tourismus und seine rund drei Millionen Beschäftigten in Deutschland erneut hinten anstellen müssen. Beim Wirtschaftsgipfel mit den Verbänden vor drei Wochen wurde vereinbart, am 3. März eine „klare und vorausschaubare Perspektive“ festzulegen. Davon ist nichts zu erkennen. Verlässliche Wirtschaftspolitik sieht anders aus“, entrüstet sich DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Es dränge sich der Eindruck auf, dass die Bundesregierung durch eine Verlängerung des Lockdowns davon ablenken wolle:

  • dass das Impfen nur im Schneckentempo vorangehe,
  • dass weder ein schlüssiges Testkonzept vorliegt, noch ausreichend Schnelltests zur Verfügung stehen.

Und das, obwohl die Reisewirtschaft bereits im Herbst 2020 in einem ausführlichen Testkonzept genau auf diese Erfordernisse hingewiesen habe.

„Wir haben vor sieben Monaten genau dargelegt, wie eine sinnvolle Teststrategie aussehen muss. Und nicht nur das: Wir haben als Branche gezeigt, dass wir in der Lage sind, Reisen sicher zu gestalten. Die Politik muss jetzt dafür sorgen, dass wir perspektivisch unser Geschäft wieder aufnehmen können. Ohne eine Strategie für einen Restart werden noch mehr Unternehmen in der Reisewirtschaft aufgeben müssen“, befürchtet der DRV-Präsident.

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