Lage der Reisebusbranche: Aktuelle Zahlen

Aktuelle Zahlen einer bdo-Blitzumfrage zeigen, dass eine Verlängerung der Überbrückungshilfen für die Bustouristik dringend erforderlich ist.

Die Umsatzrückgänge im Reisebusverkehr werden sich auch nach den Lockerungsmaßnahmen weiterhin dramatisch entwickeln. (Grafik: bdo)
Die Umsatzrückgänge im Reisebusverkehr werden sich auch nach den Lockerungsmaßnahmen weiterhin dramatisch entwickeln. (Grafik: bdo)
Claus Bünnagel

Mit Blitzumfragen hat der bdo im Juni mehrere aktuelle Zahlen zur wirtschaftlichen Lage der Reisebusunternehmen in Deutschland erhoben. Die Ergebnisse zeigen eine anhaltende Krise der Branche bis zum Jahresende – und bilden somit u.a. die Grundlage für den Ruf nach einer Verlängerung der Überbrückungshilfen aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung. 

Erfolgreiche Lobbyarbeit

Mit hartnäckiger, langfristiger Lobbyarbeit und zwei großen Aktionstagen konnten der bdo und seine Landesverbände finanzielle Hilfen für Reisebusunternehmen für die Zeit von März bis Ende Mai in Höhe von 170 Mio. Euro erkämpfen. Da es sich hierbei um eine einzigartige Sonderlösung für eine einzelne Branche handelt, wie sie für andere Wirtschaftszweige nicht zu finden ist, stellt dies einen großen Erfolg der Verbände dar. Die Mittel dienen dem Ausgleich finanzieller Härten, die Mitte März bis Ende Mai entstanden sind. Im Rahmen des Konjunkturpakets der Bundesregierung wurden zudem sogenannte Überbrückungshilfen für die Monate Juni, Juli und August aufgelegt, zu denen auch Busunternehmen Zugang erhalten können. 

Umsatzrückgänge von 68 bis 73 %

Aktuelle Zahlen der bdo-Blitzumfrage zeigen nun, dass eine Verlängerung der Überbrückungshilfen für die Bustouristik dringend erforderlich ist, da auch Ende August die Krise noch nicht überwunden sein wird. Wie zu erwarten werden die Umsatzeinbrüche im Vergleich zu 2019 weiter anhalten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist für September 2020 ein Rückgang von 73 % zu verzeichnen. In den Monaten Oktober, November und Dezember liegen diese Werte weiter bei 71, 69,8 und 68,1 %. Eine Grafik zur aktuellen Umfrage gibt es als Download unter https://www.bdo.org/uploads/assets/5efc47f98f5d0be17f0002a8/original/busreisen-anmietverkehr_umsatzrueckgang-06-2020-print.jpg?1593591799.

Weitere Zahlen aus der bdo-Blitzumfrage vom 16. Juni verleihen dem Ruf nach einer Verlängerung der Hilfen für Reisebusunternehmen zusätzliche Substanz. Die Kernergebnisse lauten: 

  • Jedes einzelne der Busunternehmen mit touristischem Schwerpunkt hat bislang (Stand: Juni 2020) in Folge der Coronakrise im Schnitt einen finanziellen Verlust von etwas mehr als 500.000 Euro erlitten
  • Hochgerechnet auf die etwa 3.500 Unternehmen bedeutet das einen Gesamtschaden von ca. 1,75 Mrd. Euro für die mittelständische Reisebusbranche
  • In den Busunternehmen mit touristischem Schwerpunkt waren bereits Mitte Juni 50 % der Arbeitsplätze in Folge der Coronapandemie konkret gefährdet

IRU-Umfrage

Die Lage der Branche lässt sich zudem auch an den aktuellen Zahlen festmachen, die der Weltverband International Road Transport Union (IRU) erhoben und in dieser Woche veröffentlicht hat. Diese zeigt für den Personenverkehr in Europa insgesamt über alle Sparten hinweg einen Rückgang um 57 %. Die Ergebnisse der IRU-Umfrage sind aufgelistet unter https://www.iru.org/resources/newsroom/global-recovery-line-road-transport-losses-escalate.

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