„90 % der Unternehmen haben noch kein Geld gesehen!“

Das ist das zentrale Ergebnis der aktuellen DRV-Umfrage „Weg aus der Krise“, nach dem viele Reisebüros und -veranstalter in ihrer Existenz bedroht sind.

Für viele Reisebüros und -veranstalter wird es aktuell bereits finanziell äußerst knapp. (Foto: Pixabay/geralt)
Für viele Reisebüros und -veranstalter wird es aktuell bereits finanziell äußerst knapp. (Foto: Pixabay/geralt)
Claus Bünnagel

Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage des Deutschen Reiseverbandes (DRV) unter seinen Mitgliedsunternehmen sind besorgniserregend. Unter dem Titel „Weg aus der Krise“ hat der Verband seine Mitglieder befragt, was von den bereits umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung bei ihnen greift. 

90 % der Unternehmen – Reisebüros wie -veranstalter – haben bisher noch kein Geld gesehen. Und das in dem Wissen, dass sie ohne schnelle und unbürokratische Liquiditätshilfen bald am Ende sind. (DRV-Präsident Norbert Fiebig)

Insgesamt haben an der Umfrage vom 24. bis 26. März fast 700 Unternehmen teilgenommen. 

Bundesregierung soll Kosten für Rückerstattungen übernehmen 

Rund 70 % der Mitgliedsunternehmen sehen eine Lösung des Problems bei der Rückerstattung von stornierten Leistungen als vordringlich an. 

Damit könnten auch Provisionsrückbuchungen bei den Reisebüros vermieden werden, das Geld für geleistete Arbeit würde im Reisebüro verbleiben. Klar ist, wir brauchen dringend Unterstützung, um den Liquiditätsabfluss in der Branche zu stoppen. Ansonsten werden viele Unternehmen nicht durch diese Krise kommen. Unsere große Herausforderung ist der Faktor Zeit. (Norbert Fiebig)

Knapp 70 % haben Kurzarbeitergeld beantragt 

Von den seitens Bundesregierung bereits gestarteten Hilfsprogrammen für die Wirtschaft ist in der Reisewirtschaft das Kurzarbeitergeld das am häufigsten nachgefragte Modell: Über 70 % der Unternehmen haben laut DRV-Umfrage schon einen Antrag auf Kurzarbeitergeld gestellt. Immerhin 44 % der Befragten setzen auf Steuervergünstigungen. Lediglich ein Fünftel hat Überbrückungskredite beantragt. 

Förderlücke für mittelständische Unternehmen schließen 

Die Bundesregierung muss dringend Maßnahmen für mittelständische Unternehmen bewilligen. Gerade für die Unternehmen, die zwischen zehn und 250 Mitarbeiter beschäftigen, fallen im Moment durchs Raster. Diese Förderlücke muss schnellstmöglich geschlossen werden. (Norbert Fiebig)

Ein Großteil der Unternehmen in der Reisewirtschaft fällt genau in diese Größenordnung. 

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