VDV: Kaum Corona-Infektionen bei ÖPNV-Mitarbeitern

Eine aktuelle Umfrage des Branchenverbands belegt geringe Ansteckungsgefahr beim Personal bundesweit.

Die Ansteckungsgefahr im ÖPNV ist auch für Beschäftigte mit direktem Kundenkontakt gering – das hat eine aktuelle Umfrage des VDV bei seinen Mitgliedsunternehmen ergeben. (Foto: pixabay)
Die Ansteckungsgefahr im ÖPNV ist auch für Beschäftigte mit direktem Kundenkontakt gering – das hat eine aktuelle Umfrage des VDV bei seinen Mitgliedsunternehmen ergeben. (Foto: pixabay)
Martina Weyh

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) wollte es genau wissen – wie viele Corona-Fälle gibt es in den Nahverkehrsunternehmen bundesweit? 94 Rückmeldungen von großen und kleinen ÖPNV-Betrieben sowohl aus Ballungs- als auch aus ländlichen Gebieten liegen dem Branchenverband inzwischen vor und bilden einen repräsentativen Querschnitt.

Das bisherige Resultat: Bei den fast 80.000 Beschäftigten gibt es seit Beginn der Pandemie insgesamt 233 bestätigte Corona-Infektionen. Das entspricht einer Quote von 0,29 %, der bundesweite Wert in der Gesamtbevölkerung liegt mit 0,54 % (Stand: 27.10.) fast doppelt so hoch, meldet der Verband.

„Dieses Ergebnis untermauert sehr eindeutig das, was diverse nationale und internationale wissenschaftliche Untersuchungen und unabhängige Experten bereits festgestellt haben: Der ÖPNV ist kein Corona-Hotspot, die Ansteckungsgefahr im öffentlichen Nahverkehr ist äußerst gering. Es zeigt zudem, dass die im ÖPNV ergriffenen Maßnahmen wie Maskenpflicht, regelmäßiges und umfangreiches Lüften der Fahrzeuge und intensivere Reinigung erfolgreich zur Eindämmung des Corona-Virusbeitragen“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann.

Im Fokus der Erhebung – Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt

Bei der Erhebung wurde nicht nur nach der Gesamtzahl der Infektionen gefragt, sondern auch um eine Aufschlüsselung nach den verschiedenen Berufsgruppen gebeten. Besonders im Fokus – die Mitarbeiter, die im Rahmen ihrer Tätigkeit in direkten Kundenkontakt stehen, wie Ticketkontrolleure, Service- und Sicherheitspersonal und das Fahrpersonal, insbesondere Busfahrer.

„In diesen Berufsgruppen vermutet man aufgrund des täglich mehrstündigen Aufenthalts in den Fahrzeugen und durch den Kontakt mit Fahrgästen natürlich erhöhte Infektionsrisiken, aber das konnte durch die Umfrage nicht bestätigt werden. Im Gegenteil: Bei den Kontrolleuren und beim Sicherheitspersonal haben wir bislang einen gemeldeten Corona-Fall. Beim Servicepersonal mit Kundenkontakt, also zum Beispiel in den Kundencentern, liegt die Quote der Infizierten bei 1,05 %“, so Wortmann.

Die Auswertung zeigt – beim Fahrpersonal, der mit Abstand größten Berufsgruppe, liegt die Quote insgesamt über alle Fahrberufe bei 0,39 %, teilt der Branchenverband mit.  Bei den Busfahrern, die im Gegensatz zu ihren Kollegen im Straßen- und U-Bahn-Einsatz, nicht komplett abgetrennt vom Fahrgastinnenraum sitzen, ist die Quote mit 0,28 % sogar noch geringer.

Nur 9 nachweisliche Ansteckungen in der Dienstzeit

Der VDV hat bei seinen Mitgliedsunternehmen auch abgefragt, wo die infizierten Beschäftigten sich angesteckt haben. Das Ergebnis: Nur 9 der 233 bestätigten Corona-Infektionen haben nachweislich während des Dienstes stattgefunden. 132 Infizierte haben sich außerhalb des Dienstes angesteckt, bei den übrigen 92 Fällen ist der Ansteckungsort nicht eindeutig nachzuweisen.

„Wenn man sich im ÖPNV an die geltenden Corona-Regeln hält und sich umsichtig verhält, dann ist das Ansteckungsrisiko sehr gering. Für unsere Fahrgäste nochmal geringer als für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn viele unserer Beschäftigten halten sich berufsbedingt täglich mehrere Stunden in Bussen und Bahnen auf, während die Kundinnen und Kunden eine viel kürzere Zeit mit uns unterwegs sind“, so das Resümee des VDV-Präsidenten.

Der Branchenverband setzt daher weiter auf die konsequente Umsetzung der derzeit geltenden Corona-Regeln zur Minimierung des Infektionsrisikos, von der Kontrolle der Maskenpflicht über Reinigungs- und Hygienemaßnahmen bis zu Information, Aufklärung und Sensibilisierung der Fahrgäste.

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