VDV: Lockerungen erfordern frühzeitige Abstimmung

Um beim ÖPNV wieder das volle Angebot fahren zu können, braucht es aus Sicht des Branchenverbandes eine gewisse Vorlaufzeit.

Sollten Bund und Länder entscheiden, dass das gesellschaftliche Leben über die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen allmählich wieder normalisiert wird, ist aus Sicht der Verkehrsunternehmen ein schrittweises Vorgehen und eine frühzeitige Abstimmung notwendig, damit bei Bus und Bahn rechtzeitig notwendige Vorbereitungen für den betrieblichen Hochlauf getroffen werden können. (Foto: pixabay)
Sollten Bund und Länder entscheiden, dass das gesellschaftliche Leben über die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen allmählich wieder normalisiert wird, ist aus Sicht der Verkehrsunternehmen ein schrittweises Vorgehen und eine frühzeitige Abstimmung notwendig, damit bei Bus und Bahn rechtzeitig notwendige Vorbereitungen für den betrieblichen Hochlauf getroffen werden können. (Foto: pixabay)
Martina Weyh

Abstandhalten bei Bus und Bahn erfordere eine Glättung der Nachfragespitzen und eine frühzeitige Abstimmung.

 „Wenn wir sieben bis vierzehn Tage Vorlauf haben, können wir in den Hauptverkehrszeiten nahezu 100 Prozent Angebot fahren. Damit die Fahrgäste dennoch gewisse Abstände untereinander einhalten können, müssen die politischen Entscheidungsträger die Nachfragespitzen glätten: Der jetzt nahezu gleichzeitige Schul- und Kita-Beginn muss von Fall zu Fall verschoben werden. Die Arbeit von zu Hause und flexible Arbeitszeiten sollten weiter großzügig genutzt werden, um zu dichte Fahrgastansammlungen zu vermeiden. Außerdem sollte in Stoßzeiten auf nicht unbedingt notwendige Fahrten mit den Öffentlichen verzichtet werden“, so Oliver Wolff, VDV-Hauptgeschäftsführer.

Damit die reibungslose Wiederaufnahme des vollen Regelbetriebs gelänge, müssten zentrale Fragen in Bund, Ländern und Landkreisen geklärt werden. Es bräuchte eine möglichst frühe Information über den Zeitpunkt etwaiger Lockerungen und Vorgaben, um nach Maßgabe der Gesundheitsbehörden das Infektionsrisiko im ÖPNV weiter niedrig zu halten.

Zudem sei die Vorlaufzeit für die Unternehmen notwendig, um Dienst- und Fahrpläne anzupassen und zusätzliche Fahrzeuge einsatzbereit zu machen.

Derzeit bis zu 90 Prozent weniger Fahrgäste

Wegen der derzeit geltenden Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie ist das Leistungsangebot der deutschen Verkehrsunternehmen in Abstimmung mit den Aufgabenträgern oder Bestellern deutlich reduziert, da die Fahrgastzahlen bis zu 90 Prozent zurückgegangen sind.

Darüber hinaus herrsche seit Einführung der Beschränkung ein erheblicher Personalmangel- und zwischenzeitlich Ersatzteilmangel.

Das müsse beim Hochlaufen des öffentlichen Lebens und des ÖPNV beachtet werden, so der VDV-Hauptgeschäftsführer. Mit Blick auf die Sauberkeit der Fahrzeuge sagte er, dass die Verkehrsunternehmen bereits jetzt das Notwendige täten, um die Fahrzeuge häufig und angemessen zu reinigen.

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