VDV-Jahrespressekonferenz: Gestiegene Fahrgastzahlen auch in 2019

Im 22. Jahr hintereinander sind die Fahrgastzahlen bei Bussen und Bahnen in Deutschland auch 2019 wieder gestiegen, wenn auch deutlich niedriger als in den Jahren zuvor.

Der Fahrgastanstieg 2019 fällt wesentlich geringer aus. (Foto: VDV)
Der Fahrgastanstieg 2019 fällt wesentlich geringer aus. (Foto: VDV)
Martina Weyh

ÖPNV-Bilanz 2019: Steigende Fahrgastzahlen über zwei Jahrzehnte hinweg. 10,413 Milliarden Menschen fuhren nach Hochrechnungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) im letzten Jahr mit dem ÖPNV. Das entspricht einer Steigerung von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (10,382 Milliarden). Aber – das Fahrgastwachstum war damit 2019 deutlich niedriger als in den Jahren zuvor.

VDV-Präsident Ingo Wortmann hält das für ein Signal an die Branche, schneller und mehr in den Ausbau und in die Grunderneuerung des ÖPNV zu investieren, um zusätzliche Angebote und Kapazitäten zu schaffen.

„Nur so kann in den kommenden Jahren mit Blick auf die Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrssektor weiteres Wachstum im ÖPNV sichergestellt werden. Dies ist auch eine wichtige Botschaft an die verantwortlichen politischen Entscheider im Bund und in den Ländern, die für die notwendigen Finanzierungs- und Rahmenbedingungen sorgen müssen“, so der VDV-Präsident wörtlich.

Das Ziel der Branche, die Fahrgastzahlen im ÖPNV bis 2030 um 30 Prozent zu steigern, werde kein Selbstläufer, sondern ein Kraftakt, was die aktuellen Entwicklungen deutlich machten. Bund, Länder, Kommunen und natürlich auch die Verkehrsunternehmen selber müssten gemeinsame und sinnvolle Lösungen finden, um den Ausbau und die Modernisierung des Nahverkehrs deutlich und schnell voranzubringen. Dabei sei eine langfristige und verlässliche Finanzierungsperspektive über Bund und Länder hinweg ebenso wichtig wie die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren bei Bauvorhaben.

Fahrgeldeinnahmen – Anstieg um 2,2 % im Vergleich zum Vorjahr 

Der VDV beziffert die Einnahmen des vergangenen Jahres auf insgesamt 13,338 Milliarden Euro und damit um rund 2,2 Prozent höher als im Jahr davor (13,054 Mrd.). Die Ticketeinnahmen stellten für die Verkehrsunternehmen die wesentliche Finanzierungssäule dar, um den Betrieb im ÖPNV zu finanzieren. Jeder Euro dieser Einnahmen fließe direkt in Personal- und Betrieb.

„Angesichts steigender Löhne und Gehälter und notwendiger Angebotsausweitungen ist der steigende Finanzierungsanteil, den die Kunden jährlich durch ihre Ticketkäufe leisten, dringend nötig“, erläuterte Wortmann.

Einen Großteil dieser Einnahmen dauerhaft durch Steuermittel zu subventionieren halte der VDV unternehmerisch für den falschen Weg.

„Denn die Fahrgäste wollen nicht in erster Linie nur günstig fahren, sondern ein qualitativ gutes und möglichst lückenlos verfügbares ÖPNV-Angebot nutzen“, ist der VDV-Präsident überzeugt.

Durchschnittliche Kosten pro Fahrt im ÖPNV

Der Verband hat errechnet, dass über alle Ticketangebote hinweg eine Fahrt mit Bus oder Bahn aktuell 1,11 Euro pro Fahrt kostet. Der Preis für ein ÖPV-Einzelticket liege im bundesweiten Schnitt bei 2,70 Euro, für eine Monatskarte durchschnittlich bei 54,45 Euro. Im Vergleich mit den monatlichen Kosten für einen PKW für Versicherung, Steuern, Verbrauch, Verschleiß und Parkgebühren sei der ÖPNV die deutlich günstigere Alternative, so das Resümee von Ingo Wortmann.

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