VDV: Aus „Mobile First“ wird „KI First“

Der demografische Wandel und der daraus resultierende Fachkräftemangel erforderten laut dem Branchenverband, dass Verkehrsunternehmen nicht nur produktiver werden, sondern sich auch mit modernen Konzepten und einer attraktiven Unternehmenskultur für die junge Generation positionieren müssten.

KI wird auch für Verkehrsunternehmen in Zukunft eine zunehmende Rolle spielen. (Grafik: Pixabay)
KI wird auch für Verkehrsunternehmen in Zukunft eine zunehmende Rolle spielen. (Grafik: Pixabay)
Claus Bünnagel

Sowohl für den öffentlichen Verkehr mit Bus und Bahn als auch für den Schienengüterverkehr sieht der Branchenverband VDV derzeit in vernetzten Bits und Bytes das entscheidende Werkzeug, um die drängenden Herausforderungen zu meistern.

„Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sie stellt mehr als nur eine technologische Evolution dar, sie ist ein entscheidendes Instrument, das wir – vor allem aufgrund der aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen – noch nicht konsequent genug nutzen können. Wir sehen Erfolge bei der Umsetzung des Deutschlandtickets, wir sehen vielversprechende Projekte im On-Demand-Bereich, die Personalgewinnung wird zunehmend digital unterstützt – aber gerade beim Mehrwert für Kunden und Mitarbeiter haben wir noch viele ungenutzte Potenziale“, sagte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff im Rahmen der 4. VDV-Plattform zur digitalen Transformation.

Der demografische Wandel und der daraus resultierende Fachkräftemangel erforderten, dass Verkehrsunternehmen nicht nur produktiver werden, sondern sich auch mit modernen Konzepten und einer attraktiven Unternehmenskultur für die junge Generation positionieren müssten.

Kein Sprint, sondern ein Marathon

„Bei allen Schwierigkeiten war die erfolgreiche digitale Einführung des D-Tickets nur möglich, weil die Branche bereits einen eTicket-Standard gemeinsam entwickelt und weitgehend umgesetzt hat. Mit Blick nach vorne erkennen wir Potenzial, nicht nur das Deutschlandticket, sondern den ÖPNV insgesamt digitaler zu gestalten“, so Wolff.

Digitale Werkzeuge wie Digital Recruiting, KI-Marketing, Internet der Dinge und Digitale Zwillinge würden künftig sowohl bei der Gewinnung von Mitarbeitern als auch von Kunden eine zentrale Rolle spielen. Auch Herausforderungen und Risiken wie Cyberangriffe und die Interessen Dritter bei der Datenvermarktung könnten zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die digitale Transformation sei ein fortlaufender Prozess: kein Sprint, sondern ein Marathon.
Nachdem der Fokus bisher auf „Mobile First“ gelegen habe, sei die Branche nun in einer Phase, in der „KI First“ vorherrsche. Dies mache eine kontinuierliche Anpassung an sich wandelnde Marktgegebenheiten für Verkehrsunternehmen unerlässlich.