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VDV: Zwischenbilanz zum Einsatz von Elektrobussen

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat im Rahmen der Fachmesse „ElekBu“ den Ist-Stand samt Ausblick in die Zukunft präsentiert.

Im städtischen Einsatz können schon heute Batteriebusse mit Reichweiten von 150 bis 250 km auf rund ein Drittel der Linienumläufe eingesetzt werden. (Foto: cb)
Im städtischen Einsatz können schon heute Batteriebusse mit Reichweiten von 150 bis 250 km auf rund ein Drittel der Linienumläufe eingesetzt werden. (Foto: cb)
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Martina Weyh

Zwischenfazit zur Entwicklung der Elektromobilität im ÖPNV – im Rahmen der europäischen Fachmesse für Elektrobusse „ElekBu“ hat der Branchenverband VDV die derzeitige Entwicklung bilanziert.

E-Busse sind in den deutschen Städten längst keine Seltenheit mehr, ihr Einsatz im ÖPNV steigt kontinuierlich. Und auch im Hinblick auf Zuverlässigkeit und Technik werden die Fahrzeuge immer ausgereifter. Der VDV schätzt, dass die Zahl der bundesweit eingesetzten Stromer (aktuelle Bestellungen miteingerechnet) in diesem Jahr von derzeit 400 auf 1.000 steigen wird.

„Die Verkehrsunternehmen elektrifizieren ihre Busflotten weiter und investieren in den Umbau der Betriebshöfe und Werkstätten. Erfreulich ist, dass die Elektrobusse immer besser und zuverlässiger werden. Trotzdem sind sie noch deutlich teurer als ein moderner Euro-6-Dieselbus und auch in Sachen Reichweite müssen die E-Busse noch zulegen. Für einen stabilen städtischen Linienbusbetrieb brauchen wir mindestens 250 Kilometer, aktuell schaffen die Elektrobusse nur 150 bis maximal 250“, bilanziert VDV-Präsident Ingo Wortmann den jetzigen Stand der Dinge.

Aus Sicht des Branchenverbandes schreitet auch der Aufbau von Ladeinfrastruktur und der Umbau der Werkstätten und Betriebshöfen nicht schnell genug voran. Es fehlten die Gelder, um die für E-Busse nötige Infrastruktur bauen zu können, moniert der VDV-Präsident. Und sieht Bund und Länder in der Pflicht, ihr finanzielles Engagement deutlich zu erhöhen, damit die Elektrifizierung der Busflotten mit Blick auf Klimaschutzziele und Emissionsminderungen im Verkehr zügiger umgesetzt werden kann.

Nach den Zahlen, die der VDV vorlegt, fördert der Bund die Mehrkosten beim Kauf eines Elektrobusses aktuell mit 60 bis 80 Prozent. Auch den Umbau von Betriebshöfen und Werkstätten können sich die Verkehrsunternehmen aus diesen Förderprogrammen mitfinanzieren lassen. Insgesamt seien die Fördermittel des Bundes mit rund 450 Mio. Euro für die nächsten drei Jahre aber unzureichend erklärt Ingo Wortmann.

„Das ist zu wenig, um daraus einen Großteil der rund 33.000 ÖPNV-Linienbusse und auch noch den Umbau der Infrastrukturen zu finanzieren. Ein Elektrobus kostet zwischen 600.000 bis 700.000 Euro, das ist doppelt so viel wie ein ebenfalls emissionsarmer neuer Dieselbus. Viele unserer Unternehmen stehen jetzt vor der kurzfristigen Herausforderung, ihr Angebot vor Ort ausweiten zu müssen, damit mehr Fahrgäste vom Pkw umsteigen. Das geht aktuell am schnellsten und kostengünstigsten über die Anschaffung von Dieselbussen“, so der VDV-Präsident wörtlich.

Nach Wortmanns Ansicht könnten über den bloßen Austausch des Antriebs von Diesel zu Elektro keine weiteren Fahrgäste befördert werden. Das gehe nur über mehr Fahrzeuge und damit mehr Fahr- und Werkstattpersonal.

 

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