Volvo-Tochter Nova Bus stellt Busproduktion in den USA ein

Der kanadische Bushersteller Nova Bus zieht sich aus der Busproduktion auf dem US-Markt zurück – das Werk in Plattsburgh soll 2025 geschlossen werden.

Die Produktion wird schrittweise auf die kanadischen Nova-Bus-Werke in Saint-Eustache und Saint-François-du-Lac (Quebec) verlagert. (Nova Bus)
Die Produktion wird schrittweise auf die kanadischen Nova-Bus-Werke in Saint-Eustache und Saint-François-du-Lac (Quebec) verlagert. (Nova Bus)
Martina Weyh

Der kanadische Bushersteller Nova Bus – eine hundertprozentige Volvo-Tochter – hat das Aus für die Herstellung von Bussen in den USA verkündet. Das Werk in Plattsburgh im US-Bundesstaat New York soll 2025 geschlossen und die Produktion auf die kanadischen Werke in Saint-Eustache und Saint-François-du-Lac (Quebec) verlagert werden. Auf dem kanadischen Markt ist das Unternehmen nach eigenen Angaben Marktführer.

Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von Nova Bus 

„Die strategische Entscheidung, die Busproduktion in den USA bis 2025 zu beenden, wurde nach einer Bewertung der Rentabilität getroffen, die über die Jahre hinweg kontinuierlich finanzielle Verluste verzeichnete", sagt Anna Westerberg, Vorsitzende des Verwaltungsrats von Nova Bus.

Mit der Entscheidung den Fokus künftig nur auf den kanadischen Markt zu richten, soll die Rentabilität verbessert und langfristige Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden. Bis zum ersten Quartal 2025 soll der Betrieb des Werks in Plattsburgh noch weiterlaufen – seine US-Kunden will Nova Bus weiterhin mit Ersatzteilen und Serviceleistungen versorgen. 

Aktive Unterstützung bei der Arbeitssuche

„Wir werden alles tun, um unsere Mitarbeiter zu unterstützen, von denen viele schon seit vielen Jahren bei uns beschäftigt sind. Wir werden mit unseren Volvo-Schwesterunternehmen, umliegenden Unternehmen, lokalen Behörden und Gemeinden zusammenarbeiten, um unsere Mitarbeiter bei der Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten zu unterstützen", verspricht Ralph Acs, Präsident von Nova Bus.

Das Ausmaß der Auswirkungen dieser Entscheidung auf die kanadische Organisationsstruktur werde von Nova Bus zurzeit noch analysiert und in den nächsten 24 Monaten im Zuge der Umstrukturierung festgelegt werden. Die Umstrukturierung werde keinen wesentlichen Einfluss auf den Umsatz der Volvo Gruppe haben.

Es wird erwartet, dass Nova Bus nach Abschluss der Restrukturierungsmaßnahmen profitabel sein wird. Eine Restrukturierungsrückstellung in Höhe von ca. 1,3 Mrd. SEK (ca. 111 Mio. Euro) werde das Betriebsergebnis des Volvo-Konzerns im zweiten Quartal 2023 negativ beeinflussen, heißt es in der begleitenden Pressemitteilung. Die Rückstellung werde im Segment Group Functions & Other ausgewiesen. Den erwarteten negativen Cashflow-Effekt in den nächsten zwei Jahren beziffern die Schweden geschätzt auf ca. 1 Mrd. SEK (ca. 85 Mio. Euro).