Setra Low Entry: Vom Überlandlinienbus zum Krankentransporter

Der umgerüstete S 415 LE business der Setra MultiClass beherbergt vier Intensivbetten und wird vom Rettungsdienst Heidenheim-Ulm gGmbH des Deutschen Roten Kreuzes als Intensivtransportwagen (G-ITW) zur Verlegung von COVID-19-Patienten eingesetzt.

Umbau in Rekordzeit – nur sechs Wochen hat das Projektteam im Daimler Buses Werk Neu-Ulm gebraucht, um den niederflurigen Setra in einem Krankentransporter für Intensivpatienten zu verwandeln. (Foto: Daimler)
Umbau in Rekordzeit – nur sechs Wochen hat das Projektteam im Daimler Buses Werk Neu-Ulm gebraucht, um den niederflurigen Setra in einem Krankentransporter für Intensivpatienten zu verwandeln. (Foto: Daimler)
Martina Weyh

Ganze Arbeit geleistet hat ein Team des Daimler Buses Werk Neu-Ulm – hier wurde ein S 415 LE business für den Rettungsdienst Heidenheim-Ulm gGmbH des Deutschen Roten Kreuzes zum Großraum-Intensivtransportwagen umgebaut.

Umbau in einer Rekordzeit

Nur sechs Wochen hat  der Umbau gedauert. Der 12,3 m lange ehemalige Überlandlinienbus beherbergt jetzt vier vollständig ausgestattete Intensivplätze. Mit an Bord sind u.a. vier elektrohydraulische Fahrtragen mit Beladesystem, vier Intensivbeatmungsgeräte, vier Überwachungsmonitore, ein Sonographie- und ein Blutgasanalysegerät. Darüber hinaus wurde zusätzlicher Platz für sieben Begleitersitze sowie maximaler Stauraum für ausreichend Medikamente, Pflegeutensilien, zusätzliche Sauerstoffgeräte und Schutzkleidungen geschaffen.

Um eine optimale Reinigung und Desinfektion des Fahrzeuginnenraums zu gewährleisten, ist der Bus mit einem speziell beschichteten und ebenen Boden ausgestattet. Die Seitenscheiben des mit Blaulicht und Signalhorn ausgerüsteten S 415 LE business sind mit Sichtschutz-Folien beklebt.

Fahrer und Begleiter gut geschützt

Neben dem Einbau des medizinischen Equipments spielte die Umsetzung der umfangreichen Hygienemaßnahmen eine entscheidende Rolle beim Umbau. So kann im Patientenraum nach den Krankentransporten ein Desinfektions-Vernebelungsgerät eingesetzt werden. Der Bereich für die Fahrer und zusätzlichen Begleiter ist durch eine Wand vom Patientenraum hermetisch abgetrennt, die Lüftungsanlage entsprechend umgebaut. Der Großraum-Intensivtransportwagen steht primär dem Intensivtransportsystem des Landes Baden-Württemberg zur Verfügung und kann auch für überregionale und länderübergreifende Transporte zum Einsatz kommen.

Daimler Buses Werk Neu-Ulm – Schmiede für Spezialfahrzeuge

Bereits im April vergangenen Jahres wurde erstmalig im Werk Neu-Ulm ein Mercedes-Benz Citaro zum Großraum-Intensivtransportwagen umgebaut. Im November 2020 folgte der nächste Sonderausbau: ein Setra S 416 LE business Überlandlinienbus wurde in nur vier Wochen für die Huber Group Holding SE zur mobilen COVID-19 Teststation. Im Frühjahr 2021 folgte der erste Impfbus auf Basis eines S 415 LE business der Setra MultiClass. Der aktuelle Großraum-Intensivtransportwagen ist aktuell das vierte Spezialfahrzeug aus der Daimlerschmiede. Zwei weitere mobile Impfbusse befinden sich aktuell im Umbau, teilt das Unternehmen mit.

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