Otokar führend auf dem türkischen Busmarkt

Trotz Coronapandemie konnte der türkische Nutzfahrzeughersteller seinen Umsatz im Jahr 2020 um rund 2 % steigern.

Der e-Kent C trägt auf dem türkischen Markt die Bezeichnung „Electra City“. (Foto: Otokar)
Der e-Kent C trägt auf dem türkischen Markt die Bezeichnung „Electra City“. (Foto: Otokar)
Claus Bünnagel

Otokar hat auf einer Online-Pressekonferenz bekanntgegeben, dass der türkische Bushersteller seinen Umsatz im Jahr 2020 trotz der Coronapandemie um rund 2 % steigern konnte und somit auch seine Führungsposition auf dem Heimatmarkt beibehalten habe. Dort führte Otokar 2020 auch den ersten 12-m-Elektrobus „Electra City“ ein.

Das Jahr 2020 hat eigentlich gut begonnen. Der Markt ist in den ersten drei Monaten gewachsen, aber im zweiten Quartal kam es aufgrund der Auswirkungen der Pandemie zu einer Rezession. Seit Beginn der Covid-19-Entwicklungen haben wir alle notwendigen Maßnahmen getroffen, um die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Geschäftspartner zu schützen. Wir mussten die Fertigung zwischen dem 25. März und dem 20. April einstellen. Danach haben wir unsere Produktion auf niedrigem Niveau wiederaufgenommen. Der Markt begann sich im Juni rasch zu erholen. Allerdings stockt dieser Prozess seit November in allen Segmenten. Wenn wir uns das ganze Jahr ansehen, ist der Busmarkt einschließlich des Intercitysegments um fast 14 % gewachsen. (Basri Akgül, stellvertretender Generaldirektor)

Neuentwicklungen und Coronapandemie

Otokar gab weiterhin bekannt, dass es sein gemeinsames, 2018 gestartetes Projekt mit der Okan-Universität zur Entwicklung autonomer Fahrzeuge erfolgreich abgeschlossen habe. Dabei ging es vor allem um die Software-Integration und fahrerlose Tests bei niedrigen Geschwindigkeiten. Die nächste Stufe soll die Entwicklung eines autonomen Systembusses sein.

Zudem habe der türkische Hersteller, der in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt 8 % seines Umsatzes für Forschung und Entwicklung aufgewendet hat, laut Akgül „Pionierarbeit bei der Coronapandemie geleistet“. So sei ein „sicherer Bus“ entwickelt wurde, um die Covid-19-Kontaminationsgefahr im öffentlichen Verkehr zu minimieren. 

Der ,Safe Bus‘ kann sich selbst desinfizieren mit Hilfe einer photokatalytischen Selbstreinigung, bei der organische Stoffe wie beispielsweise Viren auf speziell beschichteten Oberflächen zersetzt werden. Die Fahrerkabine schützt den Fahrer besser vor Kontaminationsrisiken. Der Safe Bus kann außerdem die Körpertemperatur der Passagiere messen. (Akgül)

Der Safe Bus wurde erstmals in Izmir eingesetzt. Darüber hinaus wurde ein automatisches Sterilisationssystem in 50 nach Malta gelieferten Busse integriert. In deren Innern werden Oberflächen automatisch mit Desinfektionsmitteln besprüht.

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