Onlineschulungen zum Thema Tourismus und Menschenrechte

Zehn Unternehmen der Reisebranche sowie fünf Verbände und Non-Profit-Organisationen haben sich zusammengeschlossen, um menschenrechtliche Sorgfalt in der touristischen Wertschöpfungskette im Rahmen eines Selbststudiums zu fördern. Koordiniert wird das Projekt von der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris e.V. und dem Roundtable Human Rights in Tourism.

Gemeinsamer Kick-off-Workshop mit den Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmern. (Foto: Futouris e.V)
Gemeinsamer Kick-off-Workshop mit den Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmern. (Foto: Futouris e.V)
Martina Weyh

Die Tourismusbranche berührt viele menschenrechtliche Aspekte, wie Gleichberechtigung, faire Löhne oder Diskriminierung, insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern. Insgesamt 15 große, mittlere und kleine Tourismusunternehmen, Verbände und zivilgesellschaftliche Organisationen haben nun begonnen, gemeinsam Onlineschulungen zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in der touristischen Wertschöpfungskette zu entwickeln.

Die Schulungen werden Zuliefernden und Partnern in den Zielländern kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie ermöglichen Beherbergungsbetrieben und Destinationsmanagement-Organisationen (DMOs) von Reiseveranstaltern, sich mit dem Thema menschenrechtliche Sorgfaltspflichten vertraut zu machen und einen ersten Überblick über mögliche Maßnahmen zu erhalten.

Individuelle Sorgfaltsstrategien sind dringend erforderlich

Tourismusunternehmen brauchen individuelle Sorgfaltsstrategien zur Förderung der Menschenrechte. Tourismus ist ein wichtiger Faktor in Entwicklungs- und Schwellenländern, der Arbeitsplätze schaffen, lokale Wirtschaftskreisläufe stärken und Ungleichheiten verringern kann.

Gleichzeitig berührt der Tourismus viele menschenrechtliche Aspekte wie Gleichberechtigung, faire Löhne oder Schutz vor Diskriminierung. Deshalb brauchen Tourismusunternehmen Sorgfaltsstrategien, um durch ihr wirtschaftliches Handeln Menschenrechte zu fördern und Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden.

Das im Januar 2023 von der Bundesregierung verabschiedete Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz (LkSG) sowie die geplante Europäische Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) nehmen zunächst große Unternehmen in die Pflicht. Die Reisebranche besteht jedoch überwiegend aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, die durch das Projekt ermutigt werden sollen, Verantwortung zu übernehmen und konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Gemeinsam stark

Reisebranche und gemeinnützige Organisationen bündeln ihre Kräfte – Ziel der am Projekt beteiligten Tourismusunternehmen DER Touristik, FTI Group, TUI Group, TUI Cruises, Booking.com, Gebeco, Chamäleon, Studiosus Reisen, Hauser Exkursionen und FairAway Travel, ist es, eine breite Akzeptanz und Nutzung der Schulingen zu gewährleisten.

Deshalb sollen die entwickelten Online-Trainings gemeinsam mit den Partnern in den Destinationen auf ihre Praxistauglichkeit getestet und weiterentwickelt werden. Unterstützt werden sie dabei vom Verband für nachhaltigen Tourismus forum anders reisen, dem Deutschen Reiseverband (DRV) und ECPAT Deutschland, der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung.

Kostenlos nutzbar  

Die Trainings werden der Branche auf atingi.org, der digitalen Lernplattform des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), kostenlos zur Verfügung gestellt und ermöglichen so den lokalen Partnern der Reiseunternehmen einen Einstieg in das Thema menschenrechtliche Sorgfaltspflicht.

Online-Training zu menschenrechtlichen Aspekten Aspekten Tourismus

Im Rahmen eines Kick-off-Workshops im Herbst legten die Projektbeteiligten auf Basis der Ergebnisse einer zuvor durchgeführten Stakeholder-Befragung die Struktur und das Konzept der Trainings fest. Ein Basistraining soll den Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in die verschiedenen menschenrechtlichen Risiken im Tourismus, relevante Schritte sowie einen Überblick darüber geben, wo weitere Informationen zu den Risiken zu finden sind.

Darüber hinaus soll das Training über die rechtlichen Anforderungen des LkSG sowie der geplanten EU-Richtlinie informieren und durch weitere vertiefende Module ergänzt werden.

Hälftig gefördert aus Mitteln des BMZ

Das Projekt wird unter dem Dach des Branchendialogs Tourismus für nachhaltige Entwicklung umgesetzt. Es wird je zur Hälfte aus Eigenmitteln der Tourismusunternehmen und aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Unternehmen, die Interesse an einer aktiven Mitarbeit haben, sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Weitere Informationen gibt es bei der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris »