Faurecia kauft Lichtspezialist Hella

Der französische Konzern will mit der Übernahme nach eigenen Angaben die Nummer 7 unter den globalen Automobilzulieferern werden.

Der Standort von Hella in Lippstadt bleibt erhalten – die Vereinbarung zwischen Hella und Faurecia beinhaltet zudem weitreichende Zusagen an Hella-Beschäftigte. (Foto. Hella)
Der Standort von Hella in Lippstadt bleibt erhalten – die Vereinbarung zwischen Hella und Faurecia beinhaltet zudem weitreichende Zusagen an Hella-Beschäftigte. (Foto. Hella)
Martina Weyh

Das deutsche Licht- und Elektronikspezialist Hella geht an den französischen Automobilzulieferer Faurecia – so hat es die Eigentümerfamilie Hueck entschieden. Der Konzern übernimmt für 4 Mrd. Euro das 60 Prozent-Aktienpaket der Poolaktionäre von Hella und hat ein Übernahmeangebot zum Erwerb der weiteren Hella-Aktien zum Angebotspreis von 60 Euro angekündigt. Insgesamt wird das Familienunternehmen mit 6,8 Mrd. Euro bewertet.

Das erklärte Ziel des französischen Konzerns Faurecia mit Sitz in Nanterre ist es, durch die Übernahme zum siebtgrößten Automobilzulieferer weltweit aufzusteigen und seine Marktposition insbesondere in zentralen Wachstumsfeldern wie Elektromobilität, autonomes Fahren und Fahrzeuginnenraumgestaltung weiter ausbauen.

„Wir nehmen als Familiengesellschafter unsere unternehmerische Verantwortung für Hella wahr, indem wir frühzeitig vor Auslaufen unseres Familienpoolvertrags das Unternehmen Hella in neue Hände geben und damit seine strategische Positionierung weiter verbessern – zum Wohl von Hella und ihrer 36.000 Mitarbeiter. Gleichzeitig wird die Familie als Anteilseigner bei Faurecia die Entwicklung dieses führenden europäischen Unternehmens weiter begleiten“, sagt Dr. Jürgen Behrend, Leiter des Pools der Familiengesellschafter.

Lange Liste von Zusagen

Bereits seit 2018 besteht zwischen Hella und Faurecia eine enge Entwicklungspartnerschaft. In der Zusammenschlussvereinbarung beider Unternehmen hat sich Hella weitreichende und langfristige Zusicherungen geben lassen – so sollen u.a. konsequente Investitionen in die Entwicklung automobiler Zukunftstechnologien fortgeführt werden. Ebenso wird das etablierte Kooperationsnetzwerk von Hella bestehend aus zahlreichen Gemeinschaftsunternehmen sowie strategischen Partnerschaften weiter gestärkt. Paritätisch besetzte Gremien werden die Umsetzung überwachen und die Einhaltung der Zusammenschlussvereinbarung sicherstellen, teilt das Unternehmen mit.

Auch für die Belange der Mitarbeiter wurde umfänglich gesorgt – nach Angaben von Hella werden alle Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge bestehen bleiben, auch soll es zu keinen Änderungen der Betriebsverfassungsstruktur kommen. Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat soll ebenso beibehalten werden. Auch der Unternehmensstandort in Lippstadt als „wesentliches Zentrum mit operativen Führungen, bestimmten Zentralfunktionen und Forschungs- und Entwicklungseinheiten" bleibt laut Vereinbarung bestehen.

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