Deutschlandtourismus: Rund 50 Mrd. Euro Verlust durch Corona

Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr an der Universität München hat die pandemiebedingten Umsatzausfälle für den Zeitraum Januar bis Juni 2021 berechnet.

Große Umsatzverluste sind pandemiebedingt in der Tourismusbranche zu beklagen – wie das Wintergeschäft 2021/2022 und das kommende Jahr sich entwickeln werden, kann derzeit niemand vorhersagen – immerhin hat der vergangene Sommer gezeigt, dass die Freizeit- und Reiselust der Menschen ungebrochen sind. (Foto: pixabay)
Große Umsatzverluste sind pandemiebedingt in der Tourismusbranche zu beklagen – wie das Wintergeschäft 2021/2022 und das kommende Jahr sich entwickeln werden, kann derzeit niemand vorhersagen – immerhin hat der vergangene Sommer gezeigt, dass die Freizeit- und Reiselust der Menschen ungebrochen sind. (Foto: pixabay)
Martina Weyh

Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr an der Universität München (dwif) beziffert die diesjährigen Verluste im Zeitraum von Januar bis Juni auf 49,9 Mrd. Euro. Dabei seien der Tages- (24,6 Mrd. Euro) und der Übernachtungstourismus (25,3 Mrd. Euro) fast gleichermaßen betroffen, teilt das dwif mit. Auf die Woche heruntergebrochen seien Verluste von 1,9 Mrd. Euro zu beklagen. Unberücksichtigt blieben bei der Berechnung des dwif die Fahrtkosten für An- und Abreise.

Nach Einschätzung des dwif werde die Branche eine lange Erholungsphase benötigen. Mittel- und langfristige Folgen für die Qualität der touristischen Angebote oder den touristischen Arbeitsmarkt seien schon jetzt absehbar.

An die Entscheider in der Politik als auch die Verantwortlichen adressiert das Institut eine To-do-Liste:

  • Stärken Sie die öffentliche Wahrnehmung der Tourismus- und Freizeitbranche als Wirtschaftsfaktor.
  • Stoßen Sie aktiv Diskussionen rund um das Thema „freiwillige Aufgabe Tourismus“ an, Transparenz und ein offenes Miteinander sind hier wichtig. Schaffen Sie damit einen Schulterschluss zwischen kommunalen Entscheider*innen und Touristiker*innen.
  • Führen Sie gerade jetzt die vielerorts angeschobenen Prozesse zur Bildung wettbewerbsfähiger Destinationsmanagementorganisationen weiter bzw. initiieren Sie diese (Aufgabenteilung, Finanzierung etc.)
  • Zu den Folgen der Corona-Pandemie zählen eine Zuspitzung des Arbeitskräftemangels im Tourismus, zunehmende Finanzierungfragen und ein drohender Qualitäts- und Investitionsstau. Daher sollten mittelfristig wirkende Investitions- und Arbeitsmarktprogramme (für Betriebe und Kommunen) durch Bund und Länder geprüft werden.

Weitere Informationen des dwif sind im Downloadbereich unter dieser Meldung verfügbar.

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