Daimler-Truck-Chef: „Business-Wetter trübt sich ein“

(dpa/lsw/fn) Der Nutzfahrzeughersteller sieht nach einem Rekordjahr Wolken aufziehen. Dennoch plant er Wachstum - und setzt dabei auf eine besondere Sparte.

Eva Scherer (l), die Finanzvorständin des Lkw- Herstellers Daimler Truck, und Martin Daum, der Vorstandvorsitzende, stehen bei der Hauptversammlung in der Carl-Benz Arena am Podium neben einem E Actros Lkw. (Foto: Bernd Weißbrod/dpa)
Eva Scherer (l), die Finanzvorständin des Lkw- Herstellers Daimler Truck, und Martin Daum, der Vorstandvorsitzende, stehen bei der Hauptversammlung in der Carl-Benz Arena am Podium neben einem E Actros Lkw. (Foto: Bernd Weißbrod/dpa)
Franziska Neuner

Nach einem Rekordjahr stellt sich der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck auf ein zurückgehendes Kaufinteresse ein.

„Unser Umfeld war sehr sonnig. Jetzt, im laufenden Jahr, normalisiert sich die Nachfrage. Das Business-Wetter trübt sich merklich ein,“ sagte Unternehmenschef Martin Daum am Mittwoch bei der Online-Hauptversammlung in Stuttgart.

Wachstumspläne vorhanden

Dennoch bekräftigte Daum seine Wachstumspläne: Für das Industriegeschäft habe sich der Dax-Konzern im Gesamtjahr eine bereinigte Umsatzrendite zwischen 9,0 und 10,5 % vorgenommen, sagte Daum. Für die zweite Hälfte des Jahrzehnts werde eine Umsatzsteigerung von 40 bis 60 % angepeilt. Dazu solle auch die bereinigte Umsatzrendite im Industriegeschäft bis 2030 auf mindestens 12 % „in einem sonnigen Marktumfeld“ steigen, sagte Daum.

Übergang von konventionellen zu emissionsfreien Fahrzeugen als Treiber

Ein wesentlicher Treiber werde der Übergang von konventionellen zu emissionsfreien Fahrzeugen sein, führte der Manager aus. Beispielsweise gehe der Lkw eActros 600, und damit die elfte vollelektrische Produktlinie, Ende 2024 in Serienproduktion. Der Lkw schaffe 500 Kilometer ohne Zwischenladen.

„Das macht ihn zu unserem ersten Elektro-Lkw für den europäischen Fernverkehr.“

Zudem halte er weiter am Plan fest, 2027 eine erste Fabrik für Batteriezellen im US-Bundesstaat Mississippi zu eröffnen, sagte Daum.

Umsatz im ersten Quartal positiv

Im ersten Quartal 2024 lag der Umsatz trotz des Absatzrückgangs bei knapp 13,3 Milliarden Euro und damit leicht über dem Vorjahreswert, wie der Konzern jüngst mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte demnach um 4 % auf 1,21 Milliarden Euro zu.