Bur Busse gibt Busreise-Sparte auf

Die Pandemie und ihre Folgen und vor allem der herrschende Fahrpersonalmangel gaben den Ausschlag – das saarländische Traditionsunternehmen mit den markanten rot-gelben Reisebussen konzentriert sich künftig auf sein „ÖPNV-Standbein“.

Schweren Herzens Busreisen ade – das in dritter Generation geführte Kleinblittersdorfer Familienunternehmen konzentriert sich künftig auf die Expansion im Nahverkehrssegment und hofft, damit viele Arbeitsplätze erhalten zu können. (Foto: Geschw. Bur GmbH)
Schweren Herzens Busreisen ade – das in dritter Generation geführte Kleinblittersdorfer Familienunternehmen konzentriert sich künftig auf die Expansion im Nahverkehrssegment und hofft, damit viele Arbeitsplätze erhalten zu können. (Foto: Geschw. Bur GmbH)
Martina Weyh

50 Jahre im Busreisegeschäft – das saarländische Busunternehmen Gesch.Bur GmbH mit Sitz in Kleinblittersdorf hat in einem offenen Brief auf ihrer Webseite das Aus für das Touristiksegment seines Betriebes zum Jahresende bekanntgegeben.

„Seit Jahren beobachten wir die Entwicklung des Busreisetourismus mit großer Sorge, sehen den Peak der Branche möglicherweise überschritten und stehen einer Erholung der Branche – geschweige denn einem Wachstum – äußerst skeptisch gegenüber. Wir sehen uns als Gesellschafter nicht mehr in der Lage, die Motivation, den Ehrgeiz, das Engagement und die vielen dazu erforderlichen Entbehrungen auf uns zu nehmen, um diesen Zeitraum zufriedenstellend und erfolgreich zu meistern. Wir überlassen dieses Feld in Zukunft unseren Mitbewerbern, wünschen diesen unternehmerisches Geschick und viel Erfolg“, heißt es auf der Webseite.

Der Familienbetrieb der in dritter Generation von Josef und Christoph Bur sowie Maria Lang geführt wird, hat sich die Entscheidung nicht leichtgemacht – letztendlich gaben die Folgen der Corona-Pandemie und der herrschende Fachkräftemangel den Ausschlag.

„Jobs wie der des Reisverkehrskaufmanns/-frau oder des Busfahrers bzw. der Busfahrerin fehlt jegliche politische Lobby, damit Perspektive und Wertschätzung. Im Saarland fehlen schon heute mehr als 300 Omnibusfahrer“, so das bittere Resümee.

Mit kompetentem Fahrpersonal steht und fällt alles

Reisebusunternehmen würden in erster Linie gemessen an der Fachkompetenz ihres Personals, insbesondere der des Buslenkenden. Der durchaus anspruchsvolle und unterschätzte Beruf des Reisebusfahrers erfordere vielfältige Kompetenzen und viel Einfühlungsvermögen im Umgang mit den Fahrgästen und deren unterschiedlichen Ansprüchen und Bedürfnissen.

Quereinsteigerinnen und -einsteiger ohne nachhaltige Erfahrung in der Lenkung eines Fahrzeugs, ohne Ortskenntnisse und ohne ein gewisses Fingerspitzengefühl im Umgang mit immer anspruchsvoller werdender Kundschaft könne sich kein Unternehmen im Reiseverkehr leisten, denn es habe sich gezeigt: viele Reisende verzeihen heute keine Fehler mehr.

„Wir wollen, können und werden es nicht verantworten, das höchste Gut eines Unternehmens, nämlich seine Kund*innen, in die Hände unqualifizierter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu legen“, schreiben die Gesellschafter.

Weitere Expansion des zweiten Standbeins ÖPNV

Bur Busse hat sich mit mehreren saarländischen Mitbewerbern zum Nahverkehrsunternehmen Saar-Mobil zusammengeschlossen, das mittlerweile mit mehr als 200 Bussen das größte im Saarland operierende Verkehrskonsortium ist.

„Hier sehen wir in einem verstärkten Engagement, zusammen mit unseren Partnern und Mitarbeitern, die Chance, die Existenz unserer aller Unternehmen – und damit verbunden auch die Sicherung vieler Arbeitsplätze – weiterhin zu gewährleisten und wettbewerbsfähig in die Hände unserer Nachfolger zu übergeben.“

Die gesamte Erklärung lesen Sie hier »

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