MAN Lion’s City E: Serienproduktion startet 2020

Mitte 2020 soll eine Demo-Flotte in Kooperation mit verschiedenen europäischen Betreibern im realen Testbetrieb auf Herz und Nieren geprüft werden.

Der MAN Lion’s City E soll 2020 in Serienproduktion gehen. (Foto: MAN)
Der MAN Lion’s City E soll 2020 in Serienproduktion gehen. (Foto: MAN)
Martina Weyh

MAN will im zweiten Halbjahr 2020 mit der Serienproduktion des Lion’s City E beginnen, so die Planung des Unternehmens. Eine Demo-Flotte soll Mitte nächsten Jahres im Rahmen mehrerer Feldversuche auf ihre Tauglichkeit im Alltag getestet werden. Dafür hat MAN in den vergangenen Monaten mehrere Kooperationen geschlossen, u.a. mit den Verkehrsbetrieben Hamburger Hochbahn, Hamburg Holstein, den Münchner Verkehrsbetrieben, dem luxemburgischen Betreiber Voyages Emile Weber und Losch Luxemburg.

Zudem sollen Flottenbetreiber durch ein spezialisiertes Beratungsteam, der MAN Transport Solutions, bei der Umstellung auf Elektromobilität unterstützt werden. Das Portfolio der Berater reicht über individuelle Hilfestellungen rund um die Infrastruktur und den Energiebedarf bis hin zu Wartungskonzepten und die Flottenauslegung.

Die E-Bus-Generation von MAN

Die neue E-Bus-Linie bei MAN weist ein dezent geändertes Design auf. Der Sitzbereich im Heck des Lion’s City E konnte durch den Wegfall des Motorturms optimiert werden und generiert bis zu vier zusätzliche Sitzplätze. Angetrieben wird das Solomodell von einem Zentralmotor an der Hinterachse. In der Gelenk-Variante sind es zwei an der zweiten und dritten Achse. Laut Unternehmen sind diese leichter zugänglich und somit wartungsfreundlicher als radnahe Motoren, was sich positiv auf die Gesamtbetriebskosten (TCO) auswirkt. Darüber hinaus erhöhen sich durch die Wahl des Antriebs besonders beim Gelenkbus Fahrstabilität und Sicherheit. Ein weiterer Effekt: die Energierückgewinnung beim Bremsen wird maximiert.

160 kW beim Solo und 270 kW beim Gelenkbus leistet der vollelektrische Antriebsstrang, der sich aus den modularen auf dem Dach platzierten Batterien (Solo 480 kWh/Gelenkbus 640 kWh) speist. Nach MAN-Informationen wird damit über die gesamte Lebensdauer der Batterien eine zuverlässige Reichweite von 200 und bei günstigen Bedingungen sogar von bis zu 270 Kilometern gewährleistet. Die Ladung erfolgt im Depot via CCS-Stecker und dauert bei einer durchschnittlichen Ladeleistung von 100 kW beim Solo unter drei Stunden, beim Gelenkbus unter vier. Die Ladezeit kann bei maximaler Ladeleistung von 150 kWh zudem noch entsprechend verkürzt werden.

Europaweite Befragung zum Fahrbetrieb

MAN hat eine europaweite Befragung von knapp 200 Kunden durchgeführt. MANs Fazit auch aus den Rückmeldungen mehrerer Städte:  Für den späteren Alltagsbetrieb ist ein flexibler und störungsfreier Einsatz ohne Zwischenladung wichtiger als uneingeschränkte Reichweite. Zudem können durch das Laden außerhalb der Spitzenzeiten mit einem intelligenten Lademanagement günstigere Stromtarife genutzt werden, was den wirtschaftlichen Einsatz zusätzlich befördert. Dazu kommt, dass MAN auf die rasante Entwicklung in der Batterietechnologie gut eingestellt ist: das Fahrzeugkonzept des Lion’s City E kann auf die nächste Batteriegeneration upgegradet werden.

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