Mahle: Größter Einzelauftrag in Unternehmensgeschichte

Die Mahle GmbH sichert sich zwei Großaufträge für Thermomanagement-Module und baut damit ihre Position im Bereich der E-Mobilität weiter aus. Das Gesamtauftragsvolumen beider Projekte beträgt knapp 1,5 Milliarden Euro.

Kraftpaket: Das Thermomanagement-Modul von MAHLE reduziert Bauraum und Kosten. Es arbeitet deutlich effizienter und kann die Reichweite eines E-Autos um bis zu 20 Prozent erhöhen. (Foto: Mahle GmbH)
Kraftpaket: Das Thermomanagement-Modul von MAHLE reduziert Bauraum und Kosten. Es arbeitet deutlich effizienter und kann die Reichweite eines E-Autos um bis zu 20 Prozent erhöhen. (Foto: Mahle GmbH)
Franziska Neuner

Module können die Reichweite eines E-Autos um bis zu 20 Prozent erhöhen

Bei der Beauftragung handelt es sich um den größten Einzelauftrag für den Technologiekonzern in dessen Unternehmensgeschichte. Das Gesamtauftragsvolumen beider Projekte beträgt knapp 1,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen führt bislang einzeln verbaute Komponenten in Thermomanagement-Module zusammen, die die Temperierung von Batterie, Fahrzeuginnenraum, Antriebsstrang und Leistungselektronik steuern. Die Module arbeiten dabei deutlich effizienter als ihre Einzelteile und können die Reichweite eines E-Autos um bis zu 20 Prozent sowie die Ladegeschwindigkeit deutlich erhöhen. Der Modulansatz von Mahle ermöglicht kleinere Bauräume und drastisch reduzierten Montageaufwand. Thermomanagement-Module spielen eine Schlüsselrolle in der E-Mobilität, indem sie helfen, Fahrzeuge attraktiv und bezahlbar zu machen. Das Thermomanagement ist als Treiber der Elektrifizierung ein wichtiges Strategiefeld des Konzerns.

„Indem wir in der Lage sind, thermische Systeme in Fahrzeugen gesamtheitlich zu betrachten, können wir für unsere Kunden innovative maßgeschneiderte Konzepte entwickeln“, sagte Jumana Al-Sibai, Mitglied der Mahle Konzern- Geschäftsführung und verantwortlich für den Geschäftsbereich Thermomanagement.

Entwicklung durch internationales Team

Mahle hat in beiden Modulen seine Einzelkomponenten, wie den elektrischen Kompressor, Wärmeübertrager, Kältemittelventile sowie weitere Komponenten, in einer Einheit zusammengefasst, und die Kunden mit den jeweiligen Konzepten überzeugt. Eines der Module ist dabei besonders hochintegriert, denn es verbindet den Kältemittelkreislauf mit den Kühlmittelkreisläufen. Damit wird sichergestellt, dass Batterie, Antriebsstrang und Fahrzeuginnenraum sowohl im Winter mit ausreichend Wärme versorgt als auch im Sommer optimal gekühlt werden. Beide Thermomanagement-Module wurden von einem internationalen Team im Tech Center Stuttgart und in regionalen Entwicklungseinheiten des Unternehmens entwickelt.

Markt für Technologien wächst durch E-Mobilität deutlich

Das Heizen und Kühlen im Fahrzeug ist für die Elektrifizierung ein wesentliches Technologiefeld und eine Kernkompetenz des Unternehmens. Das Umsatzpotenzial beim Thermomanagement im E-Auto ist dreimal höher als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Der Markt für diese Technologien wächst durch die E-Mobilität deutlich an. Von rund 35 Milliarden Euro globalem Marktvolumen für Thermomanagement-Produkte im Jahr 2021 ausgehend rechnet Mahle mit über 50 Milliarden Euro für das Jahr 2030. Der Konzern will an diesem Wachstum überproportional teilhaben. Zuletzt hatte das Unternehmen eine neuartige bionische Kühlplatte vorgestellt, die dank ihres Designs 10 Prozent mehr Kühlleistung erbringt als herkömmliche Konzepte.