VDL erweitert Ladetestzentrum

Die Erweiterung dient dazu, mehr Einblicke in die intelligentere und effizientere Nutzung des bestehenden Stromnetzes und die bidirektionale Aufladung von Schwerlastfahrzeugen zu erhalten.

Der niederländische Bushersteller VDL sieht strategische Partnerschaften, wie die mit Siemens, als Voraussetzung dafür, dass Mobilitätslösungen für die Zukunft weiterentwickelt werden können. (Foto: VDL)
Der niederländische Bushersteller VDL sieht strategische Partnerschaften, wie die mit Siemens, als Voraussetzung dafür, dass Mobilitätslösungen für die Zukunft weiterentwickelt werden können. (Foto: VDL)
Martina Weyh

Eine neue Ladetechnik wird im VDL Ladetestzentrum im niederländischen Valkenswaard erprobt. In Zusammenarbeit mit Siemens will VDL untersuchen, wie Fahrzeugtechnologien, Energiespeicher und Ladesysteme zusammenwirken. Dazu wurden drei Siemens-150 kW-Schnellladestationen in Kombination mit einem VDL-Energiespeichersystem installiert.

Die Ladeelektronik könne temporär miteinander verbunden werden, sodass es möglich sei, drei Fahrzeuge mit einer Leistung von je 150 kW parallel zu laden oder ein Fahrzeug mittels „High Power Charging (HPC)“-Technologie bis zu einer Ladeleistung von 450 kW schnellzuladen. Damit könne die Leistung flexibel angepasst und die Ladeinfrastruktur für Depots mit unterschiedlichen Anforderungen optimiert werden, ist von VDL und Siemens zu hören.

Die Daten aus diesen Systemen werden über eine "Cloud-basierte" Energiemanagementanwendung verwaltet. Durch die Verwendung der Daten aus diesen Systemen kann die Ladung der Fahrzeuge aktiv gesteuert werden. Eine spezielle "Schaltmatrix" ermögliche es, die verfügbare Energiekapazität flexibel einzusetzen und zu nutzen.

Durch die bidirektionale Ladung können Elektrofahrzeuge nicht nur Energie aus dem Stromnetz und dem Energiespeichersystem beziehen, sondern auch Energie an diese Systeme zurückgeben. Für die Zwischenspeicherung der von den schweren Elektrofahrzeugen zurückgeführten Energie werden zwei gebrauchte Batteriesysteme eines Elektrobusses verwendet. Im Durchschnitt haben diese Batterien noch mehr als 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität und können perfekt als Energiespeichersystem funktionieren.

Laut sagt Menno Kleingeld, Geschäftsführer von VDL ETS sei es wichtig, Alternativen zu nutzen, um die Ladung intelligenter zu planen und Energie in einem Puffer zwischenzuspeichern. Dieser Zwischenspeicher könne dann bei Spitzenlast in Kombination mit der verfügbaren Kapazität des Stromnetzes an die Fahrzeuge zurückgegeben werden.

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