Ein Jahr E-Bus-Einsatz: AVV zieht positive Bilanz

Der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr seines Pilotprojektes zur E-Mobilität zurück – seit 15. Juli 2020 sind in der bayerischen Universitätsstadt zwei Mercedes-Benz eCitaro auf der Regionalbuslinie 506 Zusmarshausen und Augsburg-Uniklinik unterwegs.

Das Elektrobusprojekt in Augsburg läuft noch bis Ende 2026. (Foto: AVV)
Das Elektrobusprojekt in Augsburg läuft noch bis Ende 2026. (Foto: AVV)
Martina Weyh

Ein erfolgreiches erstes Elektrobus-Jahr – so lautet das einhellige Fazit des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbunds (AVV). Die Augsburger setzen im Rahmen ihres Pilotprojekts seit Mitte Juli vergangenen Jahres zwei Mercedes-Benz eCitaro auf der AVV-Reginallinie 506 zwischen Zusmarshausen und Augsburg-Uniklinik im Linienbetrieb ein. Die Elektrobusse mit Platz für bis zu 75 Fahrgäste sind durch Klapprampen an beiden Türen barrierefrei ausgestattet und haben USB-Ladeanschlüsse sowie freies WLAN an Bord.

„Die E-Busse haben ihre Leistungsfähigkeit im Feld eindrucksvoll unter Beweis gestellt, tragen in hohem Maße zur Reduzierung von CO2 bei und haben bei allen gesetzten Zielen unsere Erwartungen übertroffen“, betonte Dr. Linda Kisabaka, Geschäftsführerin des AVV.

Optimierte Laufleistung durch kontinuierliche Steigerung

Statt der ursprünglich geplanten Laufleistung für die beiden eBusse von 140.000 km pro Jahr wurden im ersten Einsatzjahr fast 200.000 km gefahren, teilt das Verkehrsunternehmen mit. Bereits nach kurzer Zeit waren die Elektrobusse nach Angaben des AVV 430 km/Tag unterwegs – ursprünglich war ein Einsatz von 240 km/Tag geplant. Dadurch haben die beiden eCitaros im Vergleich zu ihren Dieselpendants fast 100 t CO2 eingespart.

„Diese CO2-Einsparungen entsprechen in etwa dem jährlichen CO2-Ausstoß von 62 PKWs und unterstützen damit das Erreichen der Klimaziele in unserer Region“, so Landrat Dr. Klaus Metzger, stellvertretender AVV-Aufsichtsratsvorsitzender.

Die Steigerung der Laufleistung wurde durch eine kontinuierliche Optimierung der Ladestrategie und ein energieoptimiertes Fahrverhalten des Fahrpersonals erreicht: Statt der im Projekt geplanten Einsatzzeiten von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 21 Uhr waren die eCitaro nicht nur oft durchgehend von 5 bis 1 Uhr im Einsatz, sondern zusätzlich auch an Wochenenden.

Der AVV hat dafür zusammen mit der Egenberger GmbH & Co. KG, die die Verkehre im Auftrag des AVV fährt, die Bedienzeiten und die Umlaufplanung auf der Linie 506 im vergangenen Jahr optimiert. Um einen reibungslosen Betrieb auch außerhalb der normalen Werkstattzeiten zu gewährleisten wurden parallel Notfallschichten im Werkstattbetrieb eingeführt.

„In diesem Projekt hat sich die partnerschaftliche Kooperation zwischen Hersteller und Verkehrsunternehmer bewährt: Die optimale Auslegung der Ladestrategie wurde im engen Schulterschluss mit allen Beteiligten realisiert“, so Axel Stokinger von Daimler Buses.

Finanzierung

Möglich ist das nachhaltige Augsburger E-Bus-Pilotprojekt nicht nur durch das Engagement des AVV, des Verkehrsunternehmers und des Herstellers: Ohne Finanzierungsbereitschaft der AVV-Gesellschafter in Kombination mit den durch Freistaat und Bund gestellten Fördermitteln hätte es nicht umgesetzt werden können. Die verbleibenden Kosten von ca. 400.000 Euro/Jahr tragen die AVV-Aufgabenträger.

„Eine weitere Förderung des Bundes erwarte ich noch für dieses Jahr“, sagte Hansjörg Durz, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Augsburg-Land.

Durz setzt sich persönlich für eine Aufstockung der Förderung auf 80 % der durch E-Antrieb initiierten Mehrkosten ein. Bislang werden diese Kosten vom Bund mit 50 % gefördert.

Das E-Bus-Pilotprojekt läuft derzeit noch bis Ende 2026.

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