Werbung
Werbung
Werbung

Bedrohte Weltkulturerbestätten – ein Fall für die Versicherung?

Ein spezieller Leitfaden für die Versicherungswirtschaft, der im Rahmen einer UN-Initiative entwickelt wird, soll helfen, Weltkulturerbestätten und Naturdenkmäler besser zu schützen.

Auch Versicherer treibt die Frage um, wie man Kultur- und Naturdenkmäler schützen kann. (Foto: Allianz)
Auch Versicherer treibt die Frage um, wie man Kultur- und Naturdenkmäler schützen kann. (Foto: Allianz)
Werbung
Werbung
Redaktion (allg.)
(erschienen bei Unterwegs auf der Autobahn von Bert Brandenburg)

Die Welt sah entsetzt zu, als Notre Dame, ein Symbol der französischen Religionsgeschichte und UNESCO-Kulturerbe, am 15. April in Flammen aufging. Auch wenn Frankreich das Wahrzeichen wieder aufbauen will, zeigt die Betroffenheit doch, wie stark verwurzelt die Stätten des Kulturerbes in unserem täglichen Leben sind.

Feuer ist jedoch nicht die einzige Bedrohung für die Orte des Weltkulturerbes. Ein größeres Risiko stellen Eingriffe in die Natur dar. Um nur einige zu nennen: Die Gewinnung von Rohstoffen wie Öl, Gas und Mineralien; illegale Waldrodung; Überfischung von Gewässern; nicht nachhaltige Wassernutzung und Großprojekte, die die Umweltauswirkungen städtischer Infrastrukturen ignorieren.

Gefährdet sind nach Angaben der UNESCO nahezu die Hälfte aller Weltkulturerbestätten.

Wir sind mit ihnen aufgewachsen und haben Dokumentationen über sie gesehen, atemberaubende Social-Media-Bilder bewundert, haben sie in unseren Ferien besucht und einige sogar auf unsere „Bucket-List“ gesetzt.

Diese kleinen Freuden können künftige Generationen möglicherweise nicht mehr genießen. Nehmen wir zum Beispiel das Great Barrier Reef, das atemberaubende Schauspiel der Unterwasserfarben vor der australischen Küste. Oder der Everglades Nationalpark, der „River of Grass“ in Florida, der so manchen Hollywood-Film inspiriert hat. Der Klimawandel, Verunreinigungen durch Abwasser, eine stärkere Küstenbesiedelung und Überfischung führen dazu, dass das weltweit größte Korallenriffsystem vermutlich bald nur noch in Geschichtsbüchern zu bewundern ist.

Die Everglades, die einen wenig attraktiven Spitzenplatz auf der Gefahrenliste der UNESCO halten, leiden unter den verheerenden Auswirkungen von wachsenden Städten, Umweltverschmutzung und Naturkatastrophen.

Vom historischen Zentrum Wiens über die Silberbergbau-Stadt Potosí in Bolivien, den East Rennell auf den Salomonen bis hin zu den tropischen Regenwäldern Sumatras – viele Kulturstätten stehen bereits auf der roten Liste. Viele andere stehen kurz davor, auf die Liste zu kommen.

Können Versicherer an diesem Schicksal etwas ändern? Die Vereinten Nationen sind davon überzeugt, wie die Initiative „Principles for Sustainable Insurance“ (PSI) zeigt, zu deren Unterzeichnern die Allianz gehört. 

Die Unterzeichner der PSI haben sich gemeinsam mit den Vereinten Nationen und dem World Wide Fund for Nature (WWF) im Januar verpflichtet, einen Leitfaden für die Versicherungswirtschaft zu erstellen, um diese besonderen Orte durch Risikomanagement, Versicherungen und Investitionen zu schützen.

Wie können Versicherer unterstützen?

  • Best-Practise-Ansätze zum Schutz von Kulturdenkmälern, 
  • Sensibilisierung für die bedrohten Stätten und Unterstützung von Schutzmaßnahmen durch Zusammenarbeit mit Kunden, Geschäftspartnern, Regierungen, Regulierungsbehörden und der Gesellschaft,
  • Schutz von Weltkulturerbe-Stätten durch Risikomanagement-Dienstleistungen, Versicherungsprodukte und Investitionen,
  • Entwicklung und Umsetzung von Richtlinien und Prozessen, die das Risiko der Versicherung und Investition in Unternehmen oder Projekte, deren Aktivitäten das Kulturerbe schädigen könnten, verhindern oder verringern,
  • Zusammenarbeit mit Unternehmen, die diese Stätten versichern und in sie investieren und Erhöhung der Transparenz von gefährdenden Praktiken sowie Förderung von Praktiken zum Schutz dieser Standorte.

„Als wir bei der Allianz im Jahr 2013 unseren nachhaltigen Ansatz, das sogenannte ESG-Screening eingeführt haben, waren geschützte Stätten und Arten für uns ein wichtiges Anliegen“, sagt James Wallace, der die ESG-Integration in das Versicherungsgeschäft bei der Allianz SE leitet. „Die Unterzeichnung des PSI-Engagements zum Schutz von Weltkulturerbe war ein logischer Schritt. Es basiert auf unserem bestehenden ESG-Screening-Ansatz und auf Risiken, die wir besonders genau prüfen.“

Im Rahmen der PSI-Initiative arbeitet die Allianz mit dem WWF und der UNESCO zusammen, und kann so Daten und Kenntnisse über geschützte Stätten nutzen. Dies ermöglicht dem Unternehmen, frühzeitig Trends zu erkennen, die für die Öffentlichkeit von Bedeutung sein könnten. 

Das mögen erste Schritte sein. Klar ist, dass die Versicherungsbranche eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Zukunft von Kulturdenkmälern spielen kann, indem sie eine Brücke zwischen der Industrie und den Umweltschützern schlägt.

Die Achtung und Erhaltung unseres Erbes könnte also vor allem eine Frage der richtigen Balance zwischen unseren Bedürfnissen und denen des Planeten sein. 

 

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung
Werbung