MAN baut Batteriefabrik in Nürnberg

Zukunftsweisende Entscheidung – ab Anfang 2025 werden Hochvolt-Batterien für Elektrobusse und -Lkw am Standort Nürnberg gefertigt.

Ist künftig mit Batteriepacks aus Nürnberg unterwegs – der Stadtbus MAN Lion's City E. (Foto: MAN)
Ist künftig mit Batteriepacks aus Nürnberg unterwegs – der Stadtbus MAN Lion's City E. (Foto: MAN)
Martina Weyh

MAN Truck & Bus wird ab Anfang 2025 Hochvolt-Batterien für Elektrobusse und -Lkw in Großserie am Standort Nürnberg fertigen. Mit dieser Entscheidung werde dem Traditionsstandort Nürnberg eine klare Perspektive für die Zukunft gegeben, heißt es aus dem Unternehmen. In den kommenden fünf Jahren will MAN rund 100 Mio. investieren.

Mit seiner „Elektrifizierung“ beginnt nun ein neues Kapitel für den Nürnberger Produktions- und Entwicklungsstandort – mit dem Start der Batterie-Produktion will MAN Truck & Bus seine Position in der Traton Group als Kompetenz-Partner für das Thema Elektromobilität stärken.

„Wir beginnen nun mit der Industrialisierung der Elektromobilität und setzen unseren Weg zur klimaneutralen Mobilität bei Nutzfahrzeugen fort. Es ist eine wegweisende Standort- und Investitionsentscheidung für die nächsten Jahrzehnte. Zugleich ist es ein Stück gelebte Transformation von MAN hin zum Anbieter nachhaltiger Transportlösungen. Damit ist jetzt der Weg frei für ein Nutzfahrzeug-E-Cluster „Made in Bavaria“, das aus der Fertigung der E-Lkw bei MAN in München, der Batterie-Produktion in Nürnberg, der Forschung & Entwicklung an beiden Standorten sowie der hervorragenden Zusammenarbeit mit den jeweiligen Hochschulen, Universitäten und Instituten besteht. Mit unserer Investitionsentscheidung sichern wir rund 350 Arbeitsplätze am Standort Nürnberg und Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Arbeitsplätze in Deutschland ab. Solche wichtigen Weichenstellungen sind nur im Schulterschluss mit allen Beteiligten von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sowie der Politik möglich“, so Alexander Vlaskamp, Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus SE.

Zukunftsplanung mit Unterstützung der bayerischen Staatsregierung

In den kommenden zweieinhalb Jahren sollen nach Angaben des Unternehmens die Batterien im Nürnberger MAN-Werk in einer Kleinserienproduktion manuell gefertigt werden. Der Baubeginn der Großserienfertigung ist für Mitte 2023 und deren Fertigstellung für Ende 2024 geplant. Die Fertigungskapazitäten sollen auf über 100.000 Batterien pro Jahr ausgebaut werden.

Damit legt MAN die Grundlage für die großflächige Industrialisierung von Elektroantrieben bei Lkw und Bussen. Unterstützung erhält der Nutzfahrzeughersteller dabei durch die Bayerische Staatsregierung, die für den Zeitraum 2023 bis 2027 zur Energieforschungs- und Technologieförderung einen Beitrag in Höhe von rund 30 Mio. Euro in Aussicht gestellt hat, soweit die zuwendungsrechtlichen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen.

Diese Mittel sollen zur Forschung in den Bereichen Batterie-Montage, Zell-Chemie und ‑Entwicklung, Batterie-Sicherheit und schließlich Batterie-Recycling eingesetzt werden, um die Nachhaltigkeit der Antriebsart sicherzustellen.

Start der Produktion von schweren E-Lkw 2024

Anfang 2024 soll der Startschuss für die E-Lkw-Produktion in München fallen –  eine Kleinserie hat der Hersteller bereits 2019 auf die Straße gebracht. MAN rechnet damit, dass etwa Mitte des laufenden Jahrzehnts die Gesamtbetriebskosten für einen E-Lkw und einem mit Dieselantrieb gleich sein werden und die Nachfrage der Kunden für die Elektro-Variante dann deutlich anziehen wird – eine entsprechende Ladeinfrastruktur vorausgesetzt.

Passende Batteriepacks für hohe Reichweiten

Die Batterien für den MAN eTruck werden aus Batteriezellen hergestellt, die wiederum zu Modulen gruppiert und in einzelnen Layern zu einem Batteriegehäuse (Pack) zusammengeführt werden. Ein schwerer E-Lkw benötigt, je nach Reichweite, bis zu sechs dieser Batteriepacks. Die E-Lkw von MAN werden damit zunächst auf Reichweiten von 600 bis 800 km, prognostiziert der Nutzfahrzeughersteller. In der nächsten Generation ab etwa 2026 sollen dann Reichweiten von bis zu 1 000 km möglich sein.

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