Studie Autounfälle: Die wenigsten sehen die Schuld bei sich selbst

Die Untersuchung von infas quo im Auftrag des Direktversicherers DA Direkt bringt es an den Tag – 58 % der befragten 2.030 deutschen Autofahrer sehen das größte Unfallrisiko in anderen Verkehrsteilnehmern.

Die eigene Unaufmerksamkeit birgt das höchste Unfallrisiko – das ist ein Fazit der vom Direktversicherer DA Direkt beauftragten Studie. (Foto: pixabay)
Die eigene Unaufmerksamkeit birgt das höchste Unfallrisiko – das ist ein Fazit der vom Direktversicherer DA Direkt beauftragten Studie. (Foto: pixabay)
Martina Weyh

Im Auftrag des Direktversicherers DA Direkt hat das Meinungsforschungsinstitut infas quo im Zeitraum vom 21.10. bis 01.11.2022 bundesweit 2.030 Autofahrer ab 18 Jahren zum Thema Ablenkung im Straßenverkehr befragt.

Demnach hat jeder vierte Autofahrer in Deutschland in den vergangenen drei Jahren einen Unfall oder eine gefährliche Situation im Straßenverkehr erlebt. Die drei häufigsten Ursachen dafür waren schlechtes Wetter (29%), zu schnelles Fahren (22%) und Ablenkung (22%).

„Schuld sind immer die anderen“

Das größte Unfallrisiko sehen 58 % der Befragten allerdings in anderen Verkehrsteilnehmern, lediglich 21 % bei sich selbst. Vor allem Fahrradfahrer (38 %), andere Autofahrer (33 %), Fußgänger (17 %) und der öffentliche Nahverkehr (8 %) werden als ablenkend wahrgenommen.

Größte Gefahr beim Fahren ist die eigene Unaufmerksamkeit

Der entscheidende Faktor für die Ablenkung am Steuer – das förderte die Studie deutlich zutage – sind die Fahrer selbst. 54 % der Befragten haben am Steuer eine hohe Ablenkung. Das bedeutet, dass sie mindestens eine als ablenkend eingestufte Tätigkeit beim Fahren häufig ausüben. Dazu zählen beispielsweise Radiohören (38 %), Telefonate (10 %), Essen oder Trinken (10 %) bis hin zur Bedienung von Bordcomputern (11 %) und Smartphone. Hier gaben 17 % aller Studienteilnehmer an, sich bei fast jeder Fahrt vom Handy ablenken zu lassen, weitere 18 % gelegentlich.

Häufige Smartphone-Nutzung bei jüngeren Fahrern

24 % der befragten 18-29-Jährigen nutzen ihr Smartphone am Steuer regelmäßig. Erfreulich ist jedoch, dass der Wert im Vergleich zu 2021 um 9 % gesunken ist. 2020 war der Griff zum Handy während der Fahrt noch für 37 % alltäglich. Der Durchschnitt aller Altersgruppen ist dagegen laut Studie konstant geblieben.

Weitere Risiken

Auch äußere Einflüsse bergen Risiken und können zu kritischen Situationen führen. Schlechtes Wetter (61 %), unübersichtliche Streckenführungen oder der sprichwörtliche Schilderwald (60 %) wurden als hohe Ablenkungsfaktoren angegeben. Mäßige oder ausgeschaltete Straßenbeleuchtung irritiert knapp ein Drittel der Befragten und von auffälliger Werbung fühlt sich ein Viertel der befragten Autofahrer in ihrer Konzentration gestört.

Um Unfälle durch Ablenkung zu vermeiden sei jeder Einzelne gefordert, sein Verhalten am Steuer kritisch zu hinterfragen, resümiert der Direktversicherer DA Direkt die Studienergebnisse. Auch Verbesserungen in der Verkehrsführung und eine bessere Kennzeichnung von Rad- und Fußwegen könnten die Verkehrssicherheit im Straßenverkehr nach Ansicht des Versicherungsunternehmens erhöhen. Und last not least mehr Aufklärung über die Gefahren durch Ablenkungen im Straßenverkehr – Stichwort Handy – besonders bei der jüngeren Autofahrer-Klientel.

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