CEO-Allianz fordert ambitionierte Klimaschutzstrategie

Der Initiative haben sich auch VW-Vorstand Herbert Diess, Scania-Boss Henrik Henriksson und Maersk-Chef Søren Skou angeschlossen. Die CEOs machen sich unter anderem stark für einen sektorübergreifenden CO2-Preis und Ausstiegsdaten aus der Kohle.

(Symbolbild: Unsplash)
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Redaktion (allg.)
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Die Vorstände von zehn der größten europäischen Unternehmen aus den Bereichen Energie, Mobilität und Technologie sprechen sich anlässlich des siebten internationalen Klimastreiks am 19. März 2021 für weitgehende Schritte im Klimaschutz aus. Zu den Kernpunkten ihrer Forderung gehört die Investition von 100 Milliarden Euro bis 2030 für die Dekarbonisierung ihrer Unternehmen und Produkte, die schrittweise Einführung eines sektorübergreifenden CO2-Preises und ambitionierte Ausstiegsdaten aus der Kohleverstromung.

Die „CEO Alliance for Europe’s Recovery, Reform and Resilience“ gründete sich 2020 vor dem Hintergrund der Covid-19 Pandemie und der historischen Weichenstellungen für den Europäischen Green Deal. Gemeinsames Ziel der Manger ist es, die EU zur weltweit führenden Region im Klimaschutz zu machen, Investitionen freizusetzen, Innovationen voranzutreiben und damit zukunftssichere Jobs zu schaffen.

In einem gemeinsamen Positionspapier haben die zehn Manager ambitionierte Vorschläge gemacht und plädieren:

„Wir sind fest davon überzeugt, dass der EU Green Deal und Next Generation EU den Innovations- und Unternehmergeist Europas gezielt für den globalen Klimaschutz einsetzen, eine Welle von neuen Investitionen in Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft auslösen und zukunftsfeste Beschäftigung in der ganzen EU schaffen.“

Die Firmenchefs ermutigen die politischen Entscheidungsträger in Europa zu konsequenten Schritten in Richtung Klimaneutralität, explizit auch zu einem „ein fortgesetztes Engagement für einen standardisierten und sektorübergreifenden CO2-Preis“ und „Auslaufdaten für CO2-intensive Technologien“.

Die Alliance versteht sich selbst als ein „Action Tank” und arbeitet zusammen an konkreten gemeinsamen Projekten: Eine EU-weite Ladeinfrastruktur für den Schwerlastverkehr, die Integration der EU Energiesysteme, ein digitales Carbon Footprint Tracking, nachhaltige Gebäude, E-Busse für Europa, eine Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff und den Aufbau der europäischen Batteriefertigung.

Das Ziel der Top Manager ist es, über die einzelnen Sektoren hinweg praktische Lösungen für effektiven Klimaschutz zu erarbeiten. Dabei suchen sie gezielt den konstruktiven Austausch mit der EU-Kommission. In einer digitalen Konferenz am gestrigen Donnerstag diskutierten die Manager gemeinsam mit dem Exekutiv-Vizepräsidenten der EU-Kommission Frans Timmermans über die Fortschritte bei der Umsetzung des Green Deal und den aktuellen Stand der gemeinsamen Projekte in der Allianz. In dem Gespräch erklärte Timmermans:

„Ein klimaneutrales Europa bis 2050 ist eine große Herausforderung. Die Europäische Kommission wird Gesetzgebung vorschlagen, um Sektoren wie Verkehr und Energie auf die richtige Spur zu setzen.“

Der langfristige Plan beinhalte, so Timmermas weiter, Investitionen in Ladeinfrastruktur, Batterieproduktion, Gebäudesanierung und erneuerbare Energieproduktion. Der NextGeneration EU Recovers Fund werde dabei helfen.

„Unser Ziel ist nicht einfach irgendein Wandel, sondern ein gerechter und fairer Wandel, der niemanden zurücklässt. Ich begrüße das Bekenntnis der CEO Alliance zu Europas grüner Erneuerung und teile ihre Überzeugung, dass ihre Unternehmen alles für eine nachhaltige Zukunft mitbringen.“

Die Mitglieder der Allianz sind VW-Chef Herbert Diess, Scanias CEO Henrik Henriksson, Søren Skou von der Reederei Maersk, ABB-Boss Björn Rosengren, Thierry Vanlancker von AkzoNobel, Francesco Starace von ENEL, Leonhard Birnbaum von E.ON, Iberdrola-Manger Ignacio Galán, SAP-Vorstand Christian Klein sowie Jean-Pascale Tricoire von Schneider Electric.

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