Tarifkonflikt: NWO legt Angebot vor

Die Fronten scheinen verhärtet zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft in Nordrhein-Westfalen.

Der NWO hat ver.di ein Tarifangebot gemacht. (Foto: Pixabay)
Der NWO hat ver.di ein Tarifangebot gemacht. (Foto: Pixabay)
Claus Bünnagel

Der Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen (NWO) e.V. hat als Interessenvertretung der privaten Arbeitgeber im Omnibusgewerbe in NRW der Gewerkschaft ver.di in der gestrigen Tarifrunde ein Angebot vorgelegt. Demnach soll die Arbeit unter schwierigen Bedingungen im Pandemiejahr 2020 bei Vollzeitkräften mit einer Einmalzahlung von 500 Euro honoriert werden. Das entspricht etwa 2 % des durchschnittlichen Jahresgehalts. Löhne und Gehälter sollen ab 1.1.2021 um 2 %, ab 1.1.2022 um 2,5 % und ab 1.1.2023 um 3,5 % steigen. Das Angebot, das eine Laufzeit der Tarifverträge bis 31.12.2023 vorsieht, beinhaltet weiterhin eine Erhöhung der Jahressonderzahlung um 10 % und deutliche Anhebungen der Ausbildungsvergütungen um rund 30 %. In etwa 28 Monaten hätten die Beschäftigten dann gut 10 % mehr Lohn in der Tasche.

ver.di weist Angebot zurück

ver.di hat das Angebot, das für die Branche derzeit einen Kraftakt bedeutet, umgehend zurückgewiesen.

Für die privaten Arbeitgeber ist das völlig unverständlich. Anders als die öffentliche Hand im Tarifkonflikt des öffentlichen Diensts haben wir ein Angebot vorgelegt und senden damit ein positives Signal. (NWO-Geschäftsführer Christian Gladasch)

Aber die Gewerkschaft halte an ihren überzogenen, die Realität des Jahrs 2020 vollkommen ausblendenden Forderungen fest. Dabei müsse die Arbeitgeberseite die schwerste, durch die Pandemie ausgelöste und andauernde Krise der Branche in der Nachkriegszeit berücksichtigen. Sie werde im Reisebussektor noch mindestens das Jahr 2021 prägen.

Ganztägige Streiks

Ver.di hatte allein für das Pandemiejahr 2020 Lohn- und Gehaltssteigerungen von 25 % und für Folgejahre Steigerungsstufen von jeweils weiteren 5 % gefordert. Begleitet wurde die Verhandlungsrunde zwischen NWO und ver.di für die im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Fernlinien- und Reiseverkehr tätigen Busunternehmen durch ganztägige Streiks bei zahlreichen Betrieben.

Das war eine unnötige Eskalation, die das Vertrauen der Bevölkerung, die für ihren täglichen Arbeitsweg auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, in die Zuverlässigkeit des ÖPNV beschädigt hat. (Gladasch)

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 9. November 2020 anberaumt.

Der Ball liegt nun im Spielfeld der Gewerkschafter. (Gladasch)

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