Berufspendler: Pkw ist auch auf kurzen Wegen Favorit

Immer noch ist das Auto des Deutschen liebstes Kind, zeigt der Blick auf die Auswertung des Statistischen Bundesamtes – auch bei einer Strecke zur Arbeit von unter 5 km ist der Pkw das Verkehrsmittel der Wahl.

Die Grafik zeigt es – der ÖPNV wird für kurze Arbeitswege vergleichsweise selten genutzt. (Foto: Destatis)
Die Grafik zeigt es – der ÖPNV wird für kurze Arbeitswege vergleichsweise selten genutzt. (Foto: Destatis)
Martina Weyh

Das Auto ist die unangefochtene Nummer 1 unter den Verkehrsmitteln – auch auf kurzen Arbeitswegen wird der ÖPNV selten genutzt, das zeigt die Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Wie groß der Einfluss der pandemischen Lage auf die Wahl des Beförderungsmittels war, geht aus der Untersuchung nicht hervor.

Im Jahr 2020 gaben 40 % der Befragten an, für Strecken unter 5 km normalerweise das Auto zu nutzen. Für Strecken von 5 bis unter 10 km lag der Anteil der Pkw-Nutzer mit 69 % noch deutlich höher, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt.

Wenn das Fahrrad als ebenfalls individuelles Verkehrsmittel genutzt wird, dann am ehesten auf der Kurzstrecke. Allerdings ist dies deutlich seltener der Fall als beim Auto: Auf Arbeitswegen unter 5 km kam es bei 26 % der Berufspendler zum Einsatz, auf Strecken zwischen 5 und 10 km noch bei 11 %.

ÖPNV wird nicht als Alternative gesehen

Die Destatis-Untersuchung lässt keinen Zweifel – der öffentliche Personennahverkehr wird für kurze Arbeitswege vergleichsweise selten genutzt: Mit Bus, Bahn oder Tram waren auf Strecken unter 5 km lediglich 8 % der Pendlerinnen und -pendler unterwegs, auf Arbeitswegen von 5 bis unter 10 km waren es 18 %.

Fast die Hälfte aller Berufspendlerinnen und -pendler (48 %) hat nach eigenen Angaben weniger als 10 km zum Arbeitsplatz zurückzulegen. Für 27 % ist der Arbeitsplatz sogar weniger als 5 km entfernt.

Bei den Daten zum Pendlerverhalten handelt es sich nach Angaben von Destatis um Erstergebnisse des Mikrozensus, bei dem rund 1% der Bevölkerung in Deutschland (rund 810.000 Personen) zu ihren Arbeits- und Lebensbedingungen befragt wurden.

Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass die Ergebnisse pandemiebedingt ab 2020 nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar sind.

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