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Schwerin hat viel zu bieten

Die attraktive Stadt will Unesco-Welterbestätte werden und ist mit ihrem Residenzensemble im Rennen.

Blick vom Kreuzkanal auf das Schweriner Stadtschloss. (Foto: Pixelio/Gabriele Planthaber)
Blick vom Kreuzkanal auf das Schweriner Stadtschloss. (Foto: Pixelio/Gabriele Planthaber)
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Martina Weyh

In die Bewerbung eingeschlossen sind neben dem Schloss die halbe Altstadt, ein 140 ha großes Areal, mit Gärten und rund 40 historischen Gebäuden. Das im Schwerin See gelegene Stadtschloss, jahrhundertelang die Residenz der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge, ist heute repräsentatives Domizil des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern und gilt als eines der bedeutendsten Beispiele des Romantischen Historismus in Europa.

Schützenswert

Das Schweriner Residenzensemble zwischen 1825 und 1883 unter den Großherzögen Friedrich Franz I., Paul Friedrich und Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin entstanden, ist mit den Bauten der die Hof- und Staatsverwaltung wie dem Kollegiengebäude, dem Theater und dem Museum für die fürstlichen Kunstsammlungen am Alten Garten in den Stadtraum hinein erweitert. Zum Ensemble gehören ebenso Dom und Schelfkirche, bis 1813 Grablege der herzoglichen Familie, die Paulskirche, der Kasernenkomplex zum Schutz der Residenz, das Neustädtische Palais und Funktionsbauten wie der Marstall oder die Hofwäscherei. Den Mittelpunkt bildet das Stadtschloss.

Was den Bau besonders macht

Die Residenz ist ein über 1000 Jahre immer wieder um- und ausgebautes Bauwerk, dessen ringförmige Gestalt auf die Wallanlage einer um 965 im Schweriner See gebauten slawischen Burg zurückgeht. Die Umgestaltungsphasen durch die Jahrhunderte sind ab dem 14. Jh. durch schriftliche und bildliche Zeugnisse dokumentiert. Für den Um- und Neubau in den Jahren 1845 bis 1857 im Neorenaissance-Stil dienten unter anderem französische Renaissanceschlösser als Vorbild. Wegen seiner romantischen Anmutung mit Goldkuppeln, Türmen und Türmchen, Schornsteinen, Fialen und Flügelfiguren wird das Schweriner Schloss als „Neuschwanstein des Nordens“ bezeichnet. Der Thronsaal des Schlosses ist laut Schlossmuseumsleiter Ralf Weingart der einzig original erhaltene seiner Art in Deutschland. Wände und Stuck sind aus Papiermaschée, ein damals gängiges Recyclingverfahren für abgelegte Finanzakten, so Weingart.

Um das Schloss herum

Der Schlossgarten war bereits im 18. Jh. auch für das Volk zugänglich. Ursprünglich als Lustgarten nach französischem Vorbild angelegt, wurde die Gestaltung nach Entwürfen des Gartenarchitekten Jean Legeay verändert. Als Kernstück entstand der Kreuzkanal mit Skulpturen des sächsischen Hofbildhauers Balthasar Permoser. Nach Plänen von Lenné wurde der Schlossgarten Mitte des 19. Jh. erweitert. Die barocke Grundstruktur blieb erhalten, die angrenzende Umgebung landschaftlich nach englischem Vorbild verändert.

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