Reiserecht: Häufige Fragen zu Stornokosten

Übersicht über die im Moment geltenden Regelungen im Umfeld der Coronakrise.

Welche Stornoregelungen greifen bei coronabedingter Absage von Reisen? Antworten dazu in unserem Beitrag. (Foto: Pixabay/SchoonIngekaderd)
Welche Stornoregelungen greifen bei coronabedingter Absage von Reisen? Antworten dazu in unserem Beitrag. (Foto: Pixabay/SchoonIngekaderd)
Claus Bünnagel

Im Zuge des generellen Verbots von Busreisen in Deutschland haben wir Fragen und Antworten rund um das Reiserecht und Stornokosten zusammengefasst. Hier die wichtigsten Infos. 

  • Kann ich von Kunden für die ausfallenden Busreisen noch Stornokosten verlangen?
    Nein, für sämtliche wegfallende Busreisen im Verbotszeitraum können keine Stornogebühren verlangt werden. Der Reiseveranstalter muss den Reisepreis zurückerstatten. Darüber hinausgehende Schadensersatzforderungen für vertanen Urlaub oder sonstige Kosten, die dem Reisenden entstanden sind (z.B. Kosten für Eigenanreise, Visakosten etc.), muss der Reiseveranstalter nicht übernehmen. 
  • Was gilt bei der Stornierung von Reisen nach dem Verbotszeitraum?
    Die kostenfreie Stornomöglichkeit gilt nur für Busreisen, die zum Zeitpunkt der Stornierung objektiv unmöglich oder nur erheblich beeinträchtigt möglich wären. Reisen nach dem Verbotszeitraum sind aus aktueller Sicht wieder möglich. Bei bundesländerübergreifenden oder grenzüberschreitenden Reisen kommt es dann auf die internationalen Beschränkungen an. Bestehen zum Stornozeitpunkt im Zielgebiet für das jeweilige Reisedatum Visa- oder Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen oder sonstige objektive Tatbestände, die gegen eine Durchführung sprechen? Wenn nicht, können Stornopauschalen verlangt werden (natürlich nur, wenn diese bei der Buchung über AGB oder vertraglich auch zugrunde gelegt wurden). 
  • Zahlt die Reiserücktrittsversicherung die Stornokosten?
    Nein, die Versicherung greift nur im Falle einer Erkrankung des Versicherten (Vorlage Arztattest) – unabhängig vom Reiseland. Bei Einreiseverboten zahlt die Versicherung nicht. 
  • Muss ich nun Stornogebühren an Leistungsträger zahlen?
    Das muss individuell geprüft werden. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass im Falle unvermeidbarer außergewöhnlicher Umstände auch für das Vertragsverhältnis zwischen Reiseveranstalter und Leistungsträger ein kostenloses Stornorecht besteht. Die gilt jedoch nur, wenn mit dem Leistungsträger keine anderen zulässigen Regelungen (einzelvertraglich oder über AGB) wirksam vereinbart wurden. Es ist zu prüfen, ob eine solche Regelung besteht. Wenn ja, ist dann noch zu prüfen, ob die Regelung in den Grenzen von „Treu und Glauben“ im Sinne von § 242 BGB auch zulässig ist und bei Vertragsschluss wirksam vereinbart war. 

Für Leistungen, die kurzfristig und unerwartet behördlich untersagt oder gesetzlich verboten werden und somit nicht mehr erbracht werden können, ist grundsätzlich davon auszugehen, dass auch keine Stornogebühr geltend gemacht werden kann. Dies gilt für Reisebusunternehmer wie Hotels und andere Leistungsträger (Wegfall der Geschäftsgrundlage). 

Printer Friendly, PDF & Email