Hübner und KVG entwickeln neues Fahrerschutzsystem

Die Trennscheiben aus Sicherheitsglas wurden in insgesamt 78 Linienbusse der Kasseler Verkehrsgesellschaft eingebaut.

V.l. Hübner-Geschäftsführer Helge Förster, KVG-Vorstand Dr.Thorsten Ebert sowie Staatssekretär Jens Deutschendorf. (Foto: Harry Soremski)
V.l. Hübner-Geschäftsführer Helge Förster, KVG-Vorstand Dr.Thorsten Ebert sowie Staatssekretär Jens Deutschendorf. (Foto: Harry Soremski)
Claus Bünnagel

Gesundheitsschutz und die Sicherung von Ticketeinnahmen: Für beides soll ein hochwertiges Fahrerschutzsystem sorgen, das Hübner mit der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) entwickelt hat. Die Trennscheiben aus Sicherheitsglas wurden in insgesamt 78 Linienbusse der Verkehrsgesellschaft eingebaut. Bei einem Pressetermin stellten die beiden Unternehmen in Beisein des Staatssekretärs im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Jens Deutschendorf, das System vor.

Mit den Trennscheiben schützen wir unser Busfahrpersonal und die Fahrgäste vor dem Coronavirus. Gleichzeitig ist durch den Einbau dieser Scheiben der Kontakt zwischen beiden wieder leichter möglich. Der Einbau dieser hochwertigen, vom TÜV geprüften Abtrennung erlaubt uns einen weiteren großen Schritt zum Alltag unter den neuen Bedingungen, zumal wir ab Montag, dem ersten Tag im neuen Schuljahr, in vollem Umfang wieder zu unserem Regelbetrieb zurückkehren werden. (KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert)

Förderung durch das Land Hessen

Die KVG hatte ab etwa Mitte März eine Reihe von Coronavirus-Schutzmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehörte in den Bussen die Abtrennung der Fahrerarbeitsplätze von den Fahrgasträumen. Außerdem blieb die vorderste Tür fortan für den Ein- und Ausstieg von Fahrgästen verschlossen. Der Ticketverkauf durch das Busfahrpersonal wurde eingestellt. Diese Einschränkungen können jetzt zurückgenommen werden. Staatssekretär Deutschendorf wies darauf hin, dass das Land Hessen den Einbau von Trennscheiben in Linienverkehrsbusse hessenweit mit rund drei Millionen Euro bezuschusst habe.

Die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie für den Öffentlichen Nahverkehr sind enorm. Wir haben daher ein großes Interesse, dass der Betrieb wieder normal läuft und zugleich die Busfahrerinnen und Busfahrer geschützt sind, vor allem auch, wenn kommende Woche die Schule wieder losgeht. Mit den Trennscheiben ermöglichen wir darüber hinaus, dass im Bus wieder Fahrkarten gekauft werden können.

Das von der KVG und der Hübner-Gruppe entwickelte neue Fahrerschutzsystem sei zudem „ein gelungenes Beispiel für eine branchenübergreifende Kooperation zwischen hessischen Unternehmen“.

Ticketverkauf wieder möglich

Vorrichtungen, die Fahrerarbeitsplätze in Linienbussen abtrennen, gibt es bundesweit bereits vielfach. Das jetzt in Kassel vorgestellte und erstmals in einem ÖPNV-Unternehmen verwendete System unterscheidet sich von diesen in wesentlichen Punkten.

Das System, das für alle Bustypen nachgerüstet werden kann, bietet im Gegensatz zu bisherigen Kurzfristlösungen aus Kunststoff einen langanhaltenden, zuverlässigen Schutz ohne die bekannten Sichtprobleme, denn die Glasscheibe ist kratzfest und entspiegelt. Eine antivirale Beschichtung aller Kontaktflächen sorgt für einen zusätzlichen Schutz des Fahrpersonals. (Helge Förster, Geschäftsführer der Hübner-Gruppe)

Durch den hochwertigen, stabilen und deshalb auf eine dauerhafte Nutzung angelegten Schutz können Busfahrer auch wieder leichter Auskünfte geben und Fahrscheine verkaufen.

Das erleichtert die ÖPNV-Nutzung und den Ticketkauf für unsere Fahrgäste deutlich. (Dr. Ebert)

Über die Hübner-Gruppe

Als globaler Systemanbieter für die Mobilitätsbranche, für Industrie, Life Sciences und Wissenschaft ist die Hübner-Gruppe weltweit führend im Bereich Übergangssysteme für Busse und Schienenfahrzeuge (Mobility), anerkannter Lösungsanbieter für Produkte aus Elastomeren, Isolations- und Verbundwerkstoffen (Material Solutions) sowie Lieferant für Anwendungen in der Laser- und Terahertz-Technologie (Photonics). Insgesamt beschäftigt das Unternehmen weltweit mehr als 3.500 Mitarbeiter. Neben dem Hauptsitz in Kassel hat Hübner in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten über 30 Standorte rund um den Globus aufgebaut.

 

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