gbk fordert Reise- als Schulbusse einzusetzen

Fast 10.000 stillgelegte Fahrzeuge könnten für Verstärkerfahrten genutzt werden und zur Reduktion der Ansteckungsgefahr im Schülerverkehr beitragen.

Die komfortable Fahrt mit dem Reisebus zur Lernstätte ist bei Schülern sehr beliebt. (Foto: gbk)
Die komfortable Fahrt mit dem Reisebus zur Lernstätte ist bei Schülern sehr beliebt. (Foto: gbk)
Martina Weyh

Die Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) fordert für Verstärkerfahrten im Schülerverkehr auf stillgelegte Reisebusse zurückzugreifen. Bundesweit stehen fast 10.000 Reisebusse abgemeldet auf den Betriebshöfen der Busreiseveranstalter, die wegen der Corona-Pandemie keine touristischen Programme anbieten können. Von deren flächendeckendem Einsatz könnten beide Seiten partizipieren – im Schülerverkehr würde das Ansteckungsrisiko durch den erweiterten Buseinsatz reduziert und die Busreiseveranstalter könnten damit wenigstens einen Teil ihrer finanziellen Verluste kompensieren.

Zahlreiche Bundesländer investieren bereits in Verstärkerfahrten – Baden-Württemberg hat beispielsweise die Finanzierung vom vergangenen Jahr verlängert und stellt bis Pfingsten 30 Mio. Euro bereit. Bayern zahlt den Kommunen für den Einsatz zusätzlicher Schulbusse bis zu den Sommerferien 20 Mio. Euro, berichtet der Branchenverband.

„Allerdings werden diese Gelder von den Landkreisen und Auftraggebern häufig nicht abgerufen“ bedauert der gbk-Vorsitzende Hermann Meyering.

Zwar fehlten Reisebussen die technische Infrastruktur für das Ticketing. Da Schüler aber über Zeitkarten verfügen und deshalb keine Einzelfahrscheine lösen müssten, entstehe dadurch für die Fahrt zu Grundschulen oder Gymnasien kein Nachteil.

„Zudem kommen Reisebusse für den Schulweg bei Kindern und Jugendlichen sehr gut an“, beobachtet Meyering. „Denn in diesen Fahrzeugen sind hochwertige Sitze mit Sicherheitsgurten und großzügiger Beinfreiheit verbaut.“ Die Arm- und Rückenlehnen lassen sich im Reisebus in eine bequeme Position verstellen. Fußrasten und Leselampen erhöhen den Komfort im Bus.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt, der aus gbk-Sicht für den Einsatz von Reisebussen im Schülerverkehr spricht: Die leistungsfähigen Klimaanlagen ermöglichen etwa alle ein bis zwei Minuten einen kompletten Luftaustausch im Fahrgastraum.

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