Schulschließung in Bayern: Busunternehmen droht Millionenschaden

LBO fordert Soforthilfe für die betroffenen Busbetreiber.

Im Schulbusverkehr Bayerns könnten im Zuge der Coronavirusepidemie Einnahmeausfälle in Höhe von zwei bis drei Millionen Euro pro ausgefallenen Schultag drohen. (Foto: Pixabay/iXimus)
Im Schulbusverkehr Bayerns könnten im Zuge der Coronavirusepidemie Einnahmeausfälle in Höhe von zwei bis drei Millionen Euro pro ausgefallenen Schultag drohen. (Foto: Pixabay/iXimus)
Claus Bünnagel

Laut LBO droht den überwiegend mittelständischen, familiengeführten Busunternehmen nach den im Zuge der Coronavirusepidemie landesweit beschlossenen Schulschließung ein finanzielles Fiasko. Denn sie bekämen nur tatsächlich durchgeführte Fahrten bezahlt. Der Branche drohe ein Millionenschaden. Der LBO fordert daher von der bayerischen Staatsregierung sofortige Hilfsmaßnahmen. 

Mitgliederumfrage des Verbands

Laut einer Mitgliederumfrage des LBO, an der am Donnerstag innerhalb weniger Stunden mehr als 160 Betriebe teilgenommen haben, bedeutet die Schließung von Schulen und der damit verbundene Ausfall von Fahrten für die Betriebe eine tägliche finanzielle Belastung von über 500.000 Euro. 

Hochgerechnet auf alle bayerischen Busunternehmen und Schulen gehen wir im reinen Schulbusverkehr von Einnahmeausfällen in Höhe von zwei bis drei Millionen Euro pro ausgefallenen Schultag aus. (LBO-Geschäftsführer Stephan Rabl)

Dies hänge mit der Gestaltung der Verträge, von denen 99 % mit Schulaufwandsträgern derart gestaltet seien, dass nur tatsächlich durchgeführte Fahrten bezahlt würden, und zwar auf 185 Schultage berechnet. Das gleiche gelte für Linienbusverkehre, bei denen auch Schüler mitfahren. Hier erfolgt die Abrechnung über Schülertickets, die dann wegfallen. 

Unterstützung nach dem Vorbild Österreichs gefordert

Die täglichen hohen Einnahmeausfälle können weder Bürgschaften noch Kredite wett machen. Die bayernweite Schließung der Schulen wird die kleinen und mittleren Unternehmen in der Fläche, die dort die Mobilität mit Bussen sicherstellen, schon nach wenigen Wochen bzw. spätestens nach zwei Monaten in die Knie und zum Teil in die Insolvenz zwingen. Wenn es auch in Zukunft noch einen bayernweit flächendeckenden ÖPNV mit Bussen geben soll, sehen wir keine andere Möglichkeit, als dass der Freistaat – sofern es die Kommunen und Aufgabenträger ablehnen – die Finanzierung des Schulbusverkehrs und ÖPNV mit Bussen auch in der Krise sicherstellt. (Stephan Rabl)

Der LBO hat daher den Freistaat Bayern um sofortige Unterstützung nach dem Vorbild Österreichs gebeten. Dort hat die Regierung vergangene Woche beschlossen, dass im Fall landesweiter Schulschließungen die Unternehmen weiterhin für die Vorhaltung der Leistung, natürlich abzüglich ersparter Aufwendungen, bezahlt werden.

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