On-Demand-Verkehre auf dem Vormarsch

Gerade nach und durch Corona werden neue Mobilitätsangebote und vor allem On-Demand-Lösungen einen deutlichen Nachfragezuwachs erfahren, ist das Freiburger IT-Unternehmen highQ überzeugt. 

So können intermodale Verkehrsträger sinnvoll miteinander kombiniert werden. (Grafik: highQ)
So können intermodale Verkehrsträger sinnvoll miteinander kombiniert werden. (Grafik: highQ)
Claus Bünnagel

Fast leere Fahrzeuge, egal ob Bus oder Straßenbahn, ob ländlich oder urbaner Raum. Corona hat sehr schnell dafür gesorgt, dass die eher „statischen“ Mobilitätsangebote mit immer den gleichen Fahrzeugen an die Grenze des wirtschaftlich vertretbaren gelangten. Kommende Mobilitätsangebote werden verstärkt von Angeboten für On-Demand-Verkehre ergänzt, die zudem einen ökologischen Beitrag zum Umweltschutz darstellen werden. Für die Fahrgäste ist es entscheidend, dass auch diese neuen Mobilitätsangebote einfach und zeitnah gebucht werden können. Sie wollen ihr Ziel bequem und verlässlich erreichen – auch bei intermodalen Reiseketten. 

Für mehr Umweltschutz

Neben dem weiterhin hohen Mobilitätsbedürfnis der Menschen steigt die Erwartung ökologisch unterwegs zu sein. On-Demand-Verkehre können dies als Beitrag zum Umweltschutz leichter erfüllen als der private Pkw und große Busse, die mit wenigen Fahrgästen unterwegs sind. Idealerweise werden Fahrten zukünftig gebündelt. 

Zentral: Attraktives Angebot

Wichtig ist dabei ein attraktives Angebot, das das ad hoc Mobilitätsverhalten befriedigt: Menschen wollen spontan, sicher und schnell von A nach B kommen - in den nächsten fünf Minuten und nicht erst morgen. Generell wird eine kurzfristige Buchung ohne Vorlauf wichtig sowie eine größere Flexibilität bei Zustiegen und Übergängen. Als Buchungstool ist eine Smartphone-App ideal. Sie sollte alle Dienste rund um die Routenauswahl und ihre Buchung beinhalten, um für den User möglichst attraktiv zu sein. Er kann seine gesamte Reisekette in einem einzigen Tool buchen, das verschiedene Mobilitätsanbieter ÖPNV, Sharingdiensten und den Bedarfsverkehr integriert. 

Verlässliche und verfügbare Mobilitätsangebote gefragt

Wer Anreize schaffen will, andere Beförderungsmöglichkeiten als das eigene Auto zu nutzen, muss gute Mobilitätsangebote machen: Sie müssen verlässlich sein, verfügbar und sicher. Keiner will nachts an der dunklen Haltestelle warten müssen oder seinen Anschlusszug vor der Nase wegfahren sehen. Auch die Bequemlichkeit spielt bei der Entscheidungsfindung eine Rolle. Und Sie sollten incentiviert werden, das belohnt die gemeinwohl-konforme Nutzung der Mobilität

highQ: Angebot bereits im Vorfeld planbar

Einzigartig in diesem Gesamtprozess und heute an vielen Stellen so noch nicht vorhanden ist der Ansatz des Freiburger IT-Unternehmens highQ Computerlösungen GmbH, das Angebot bereits im Vorfeld planbar zu gestalten, also die Bedarfsverkehre in den Planungsprozess eines Verkehrsunternehmens zu integrieren und daraus eine Angebotsverbesserung für den Fahrgast zu erreichen. Dieser Lösungsansatz basiert auf dem Planungsmodul PlanB in Verbindung mit dem Smartphone-App mytraQ und dem Hintergundsystem fare.logiQ. 

Potsdamer Studie

In Potsdam führt man Mobilitätsangebote über eine Plattform zusammen, so dass für die Verkehrsteilnehmer ein einheitliches, attraktives Gesamtangebot entsteht. Potsdam ist Teil eines Studienprojekts: Die Realisierbarkeit und die Akzeptanz eines Verkehrssystems mit derartigen Angeboten untersucht das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 4,5 Mio. Euro geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt MaaS L.A.B.S. (Mobility-as-a-Service-Plattform: Lebendig, Automatisiert, Bedarfs- & Sharing-orientiert). Es startete im Mai 2019 mit drei Pilotstädten, eine davon ist Potsdam. highQ ist hier Mitentwickler der Gesamtarchitektur, des Ticketing- und Clearingsystems sowie der App. In Potsdam soll das ÖV-Fahrplanangebot durch selbstfahrende elektrische Mikrobusse sowie Sharing-Angebote ergänzt werden. 

Status Quo und die Bedeutung von Reiseketten 

Mobilitätsanbieter müssen in gesamten Verkehrsketten denken statt in Einzelfahrten, was voraussetzt, dass die Anschlüsse funktionieren. Deswegen wird eine verkehrsmittelübergreifende Planung samt Bedarfsverkehren zentral, und der Reiseablauf rückt in den Fokus. Planungssysteme müssen zukünftig in der Lage sein, die Bedarfsverkehrsplanung mit abzubilden. Das Tool PlanB erlaubt zum Beispiel mit seinen Simulationsfunktionen eine optimale Planung und damit Übersicht und Transparenz.

Ein Hintergrundsystem wie fare.logiQ ist in der Lage, die verschiedenen Nutzungsanteile von ÖPNV, Bedarfsverkehren oder Angebote wie Car- und Bikesharing in einem einzigen System abzubilden. Wird auf eine solche große elektronische Plattform gesetzt, können auch beispielsweise Taxi-Unternehmen angebunden und damit ihr Angebot in die Reisekette integriert werden, ohne dass dies mit großen Anschaffungskosten für die Unternehmen verbunden ist. So wächst der Mehrwert für die Fahrgäste mit einem größeren Mobilitätsangebot und auch kleinere Anbieter finden sich in den Fahrplanauskünften wieder. 

Der Unterschied zwischen Stadt und Land 

Während in Städten meist ein vielseitiges Mobilitätsangebot zu finden ist, halten sich neue Anbieter gerade im ländlichen Raum oder den Randgebieten von Ballungsgebieten zurück. Sie sind teuer zu erschließen und kaum rentabel, denn benötigt werden in der Regel weniger Fahrten aber auf längeren Strecken und mit insgesamt weniger Fahrgästen. 

Wer den ländlichen Raum nicht berücksichtigt, klammert einen großen Teil der Bevölkerung einfach aus. Deswegen gilt: Ein On-Demand-Angebot muss in allen Bereichen funktionieren, in der Stadt und auf dem Land. Gerade für Letzteres kann eine Lösung darin liegen, Fahrten zu bündeln und Gemeinschaftsfahrten anzustreben. Diese Sammelfahrten sparen Ressourcen, sind effektiver und umweltschonender. 

Fazit 

Es muss auch klar sein: Nicht jeder Bürger wird erreicht werden können. Es bedarf besonderer Anstrengung, damit der Autoliebhaber über alternative Mobilitätsangebote nachdenkt; auch hier kann Incentivierung maßgeblich unterstützen. Mit dem Tool highQ Zeitmeilen können die Fahrgäste z.B. Punkte sammeln, wenn sie ökologische Verkehrsangebote nutzen. Das erfordert ein Tracking – wichtig ist, dass der Datenschutz dabei durchgängig gewährleistet ist. 

Und Kommunen haben gegenüber Startups und privaten Anbietern den enormen Vorteil, dass sie bereits heute Mobilitätsanbieter sind. Integrierte Verkehrskonzepte aus Linienverkehr und individuellen On-Demand-Angeboten werden die Nach-Corona-Zeit bestimmen und es ermöglichen, den Schritt weg vom motorisierten Individualverkehr hin zu umweltfreundlicheren Lösungen zu fördern. highQ hat hier das passende Portfolio an Lösungsmöglichkeiten.

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