ioki: Spanien setzt auf On-Demand im ländlichen Raum

Großflächiger On-Demand-Dienst in Kastilien-La Mancha ein Bediengebiet doppelt so groß wie das Saarland, für das die DB-Tochter das digitale Betriebssystem liefert.

Mobil in Stadt und Land: Das auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt in Kastilien-La Mancha in einem riesigen Bediengebiet soll wertvolle Erkenntnisse liefern, wie der ÖPNV den ländlichen Raum anbinden kann. | Foto: ioki
Mobil in Stadt und Land: Das auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt in Kastilien-La Mancha in einem riesigen Bediengebiet soll wertvolle Erkenntnisse liefern, wie der ÖPNV den ländlichen Raum anbinden kann. | Foto: ioki
Martina Weyh
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Die DB-Tochter ioki hat in der Region Kastilien-La Mancha jetzt den bislang größten On-Demand-Service in Spanien gestartet. Das Einzugsgebiet dabei ist doppelt so groß wie das Saarland. Die Softwarespezialisten unter dem Bahn-Dach liefern dabei die Technologie für die bis zu 15, konventionell angetriebenen Shuttlebusse, die den öffentlichen Nahverkehr in 112 kleinen Ortschaften im Großraum der spanischen Stadt Cuenca verbessern sollen. Für das Projekt arbeitet ioki eng mit der Bezirksregierung der Region Kastilien-La Mancha zusammen. Das spanische Reisebusunternehmen Rubiocar übernimmt den Betrieb und wird durch Mobilitätsdienstleister MUFMI, Gewinner von Spaniens nationalem Mobilitätspreis, unterstützt.

Öffis auf Abruf und nach Bedarf

Der neue On-Demand-Verkehr, der vollständig in das bestehende Nahverkehrssystem integriert ist, wird den ÖPNV in der Region deutlich verbessern. Das Pilotprojekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und soll wertvolle Erkenntnisse über neue Mobilitätsformen in den ländlichen Gebieten Spaniens liefern. Langfristig ist eine Ausweitung des Angebots durch die Bezirksregierung auf die gesamte Region Kastilien-La Mancha geplant. So könnten rund zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner von einem neuen digitalen und integrierten öffentlichen Verkehr profitieren, skizziert der Anbieter weiter.

„Die Verwaltung des ÖPNV in großen Teilen unserer Region ist aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte eine Herausforderung. Dieses Projekt macht Kastilien-La Mancha zu Spaniens neuem Vorreiter für Mobilität im ländlichen Raum, indem es die neuesten digitalen Technologien und die besten Praktiken für das Management des öffentlichen Verkehrs miteinander verbindet", glaubt Nacho Hernando, Minister für wirtschaftliche Entwicklung der Region Kastilien-La Mancha.

Die DB-Tochter steuert die App und das digitale Betriebssystem für das Projekt, in dem sowohl klassischer Linienverkehr als auch Bedarfsverkehr zum Einsatz kommt. In Hauptverkehrszeiten werden die Busse im regulären Linienbetrieb eingesetzt, außerhalb der Stoßzeiten verkehren die von Rubiocar betriebenen Minibusse ohne feste Route oder Fahrplan, sondern nach den Wünschen der Fahrgäste. Der Algorithmus bündelt die Anfragen und verbessert so nachhaltig das Nahverkehrsangebot im ländlichen Raum.

"Mit unserer Plattform leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der öffentlichen Mobilität in dünn besiedelten Regionen. Die einfache und flexible Buchung und die Einbindung in den bestehenden Nahverkehr erhöhen die Attraktivität und sorgen für weniger Emissionen durch den Individualverkehr", wirbt Benjamin Pfeifer, Chief Commercial Officer und Teil der Geschäftsführung bei ioki.

Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn treibt seine Vision eines digitalen und verbesserten ÖPNV sowohl im DACH-Markt als auch im europäischen Ausland stetig voran. Im Jahr 2021 starteten 25 neue On-Demand-Services mit der ioki-Plattform darunter auch Projekte in Deutschland, der Schweiz und Frankreich. 2022 sollen weitere zukunftsweisende On-Demand-Projekte etwa in Spanien folgen.

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