Busdemo in Dresden

Am 29. April wollen Reisebusunternehmen in der Elbmetropole auf ihre bedrohte Situation aufmerksam machen.

Das Busunternehmen Lang Reisen ist einer der Organisatoren der Busdemo am 29. April in Dresden. (Foto: Lang Reisen)
Das Busunternehmen Lang Reisen ist einer der Organisatoren der Busdemo am 29. April in Dresden. (Foto: Lang Reisen)
Claus Bünnagel

Die Coronakrise hält unverändert die gesamte Tourismuswirtschaft in Atem. Rettungsschirme werden in erste Linie für Großkonzerne und Soloselbstständige gespannt und gehen mit ihren Voraussetzungen an den Bedürfnissen der Reisebüros, Reiseveranstalter und Busunternehmen vorbei. (Rainer Maertens und René Lang)

Um auf die bedrohte Situation von Reisebüros und -veranstalter sowie Busunternehmen aufmerksam zu machen, haben Rainer Maertens von Maertens – meine Reisewelt GmbH Dresden und René Lang von Lang Reisen für den 29. April eine Demonstration mit 50 Reisebussen in Dresden angemeldet, die mittlerweile genehmigt wurde. Treffpunkt ist um 9 Uhr die Blüherstraße, das Ende der Demo ist für 11 Uhr vorgesehen. Nach dem Treffen erfolgt ein Buskorso zum Landtag mit Übergabe der Forderungen aus der Branche. In jeden Reisebus dürfen maximal zwei Teilnehmer an Bord sein.

Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich eine Busdemonstration erleben werde und hoffentlich auch das einzige Mal. Wer jetzt zu Hause sitzen bleibt, weil ihm 100 Euro für die Tageszulassung eines Busses und 100 Euro Diesel zu viel sind, muss sich nicht wundern, wenn wir als Branche nie Gehör finden und in der aktuellen Krise einfach untergehen werden. (René Lang)

Die Forderungen: 

1. Exitstrategie mit klaren Perspektiven

Ein zeitlicher Horizont, wann mit Lockerungen für die Reisebranche zu rechnen ist, ist unabdingbar. Die Reisebranche braucht eine gewisse Vorlaufzeit, um Reisen zu planen und Kunden dafür zu gewinnen. Mit einer solchen Planbarkeit wäre es auch gut möglich, Hygienevorschriften im Bustourismus einzuhalten und damit für größtmögliche Sicherheit zu sorgen. 

2. Finanzielle Soforthilfen
Die Coronakrise beginnt in der Tourismuswirtschaft nicht im März 2020, sondern rückwirkend mit Herbst 2019. Alle seit letztem Herbst eingenommenen Gelder mussten wieder an die Kunden zurückgezahlt werden. Keine andere Branche musste ihre Einnahmen der letzten sechs Monate aufgeben. Daher darf nicht nur die Zukunft für Zuschüsse im Auge behalten werden, sondern es ist auch auf die Vergangenheit zu schauen.

Dringend müssen Soforthilfen für die besonders stark und langfristig betroffene Busreisebranche ausgeweitet werden. Busunternehmen benötigen dringend Ersatz der Ausfallkosten für ihre Busse. Auf Basis der Vorhaltekostenliste der Versicherer wird eine Erstattung von 350 Euro pro Tag rückwirkend ab Beginn des Reisebusverbotes gefordert. 

Reisebüros stehen aktuell ohne jegliche Einnahmen da, da erarbeitete Buchungen der letzten Monate nicht in Reisen umgesetzt werden können. Somit fließt aber auch kein Geld, das zur Kostendeckung für Mieten und Löhne benötigt wird, in die auf Provisionsbasis arbeitenden Reisebüros. Gleichzeitig werden aktuell ohne jegliche Vergütung tausende Reisebuchungen im Sinne der Kunden rückabgewickelt. Auch hier werden direkte Zuschüsse über die bestehenden Regelungen hinaus benötigt, da ansonsten eine Fortsetzung der Arbeit ausgeschlossen ist. 

Zusätzlich müssen die bereits getätigten enormen Vorleistungen für Reisekataloge, Werbeanzeigen usw., die aufgrund der ausgefallenen Saison nicht mehr durch Reisen refinanziert werden können, ausgeglichen werden. Für die Zeit nach der Aufhebung der Einschränkungen müssen neue Werbemittel erarbeitet werden, die erneut eine hohe Vorleistung erfordern. Hierfür benötigt die Branche dringend eine finanzielle Unterstützung in Form einer Pauschale in Höhe der branchenüblichen Ausgaben. 

3. KfW-Kredite und Straffung der Bearbeitungszeiten

Öffnung der KfW-Schnellkredite auch für Unternehmen mit unter zehn Mitarbeitern: Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern stehen aktuell keine KfW-Kredite ohne bankübliche Prüfungen und nur mit Laufzeiten von fünf Jahren zur Verfügung. Darüber hinaus stehen die Bearbeitungszeiten aktuell in keinem Verhältnis zur Dringlichkeit des Liquiditätsbedarfs in den Unternehmen. Insbesondere im Tourismus können seit bereits Anfang März keinerlei Einnahmen mehr generiert werden. 

Um eine Koordinierung der Teilnehmer sicherzustellen, bitten die Organisatoren alle Interessierten, sich mit einer Meldung über die Anzahl der teilnehmenden Reisebusse pro Unternehmen schriftlich unter rene.lang@lang-reisen.com anzumelden. Für Rückfragen steht René Lang unter Tel. 0178/2992730 zur Verfügung.

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