Corona: RDA-Umfrage mit ersten Ergebnissen zu wirtschaftlichen Folgen

Die vom Internationalen Bustouristikverband RDA initiierte Umfrage hat in einer ersten Analyse den wirtschaftlichen Ernst der Lage innerhalb der Branche bestätigt.

Wie hoch der wirtschaftliche Schaden bundesweit bislang ist, beziffern erste Ergebnisse der RDA-Umfrage. (Foto: pixabay)
Wie hoch der wirtschaftliche Schaden bundesweit bislang ist, beziffern erste Ergebnisse der RDA-Umfrage. (Foto: pixabay)
Martina Weyh

Die ersten Ergebnisse der bundes- und branchenweiten RDA-Umfrage zur Ermittlung der wirtschaftlichen Schäden durch das Coronavirus liegen vor. Die Beteiligung an der Umfrage sei ungebrochen hoch, teilt der RDA mit, ständig gingen neue Schadensmeldungen ein. Deshalb gäben die jetzt ausgewerteten ersten Daten auch ein repräsentatives Bild der Lage.

Besonders betroffen sind demnach Unternehmen aus Bayern (17,7 %) gefolgt von Niedersachsen (16,9 %), Hessen (14,8 %), Baden-Württemberg (14,5 %), Rheinland-Pfalz (9,2 %), Sachsen (8,8 %), Nordrhein-Westfalen (8,1 %), Schleswig-Holstein (2,3 %), Mecklenburg-Vorpommern (2,1 %) und Berlin (2,0 %). Die restlichen 3,6 % entfallen auf Unternehmen aus Thüringen, Hamburg, Sachsen-Anhalt, dem Saarland, Brandenburg und Bremen.

Die entstandenen Schäden resultieren aus ausbleibenden Buchungen (41,9 %), gefolgt von stornierten und abgesagten Reisen (39,9 %), stornierten Busanmietungen (10,8 %) und verauslagten Vertriebsprovisionen und Reisevorleistungen ohne Rückerstattungsanspruch (7,4 %).

Aufgrund der vorläufigen Datenlage schätzt der RDA in seiner Hochrechnung vom 06.03.2020, dass der bundesweite Gesamtschaden innerhalb der Bus- und Gruppentouristik in Abhängigkeit zur Fortentwicklung der Corona-Krise zwischen 300 Mio. € und 500 Mio. € liegen wird.

Mittlerweile unterstützen weitere Verbände die die RDA-Umfrage, so der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO), der VPR Verband der Paketreiseveranstalter, der gbk-Gütegemeinschaft Buskomfort, das Reisenetz Deutscher Fachverband für Jugendreisen und der Fachverband Deutscher Sprachreise-Veranstalter (FDSV).

„Die Lage ist ernst, alle sind betroffen. Der RDA Vorstand erwartet eine deutliche Zuspitzung in den kommenden vier Wochen. Wir informieren das Bundeswirtschaftsministerium auf dessen Wunsch regelmäßig über den aktuellen Stand der vorliegenden Schadensmeldungen und arbeiten intensiv mit allen zuständigen Stellen an einer zeitnahen und tragfähigen Lösung für die Branche“ so RDA Präsident Benedikt Esser.

Der RDA fordert für die Bus- und Gruppentouristik die zeitnahe Bereitstellung zusätzlicher KFW-Betriebsmittel mit einem Gesamtvolumen von 500 Mio. € auf Basis des bestehenden KFW-Unternehmerkredit KMU (047) mit einer 100%igen Haftungsfreistellung, einem Einheitszinssatz, einer Laufzeit von 60 Monaten, davon 12 Monate tilgungsfrei mit einer Kreditsumme bis zu 5 % des Vorjahresumsatzes, mindestens 25.000 € maximal 1.000.000 € pro Antragsteller. Die Antragstellung erfolgt im vereinfachten Verfahren über die Hausbank.

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