Großbritannien: Regelungen für den Busverkehr nach dem Brexit

Hier die alten und neuen Bestimmungen im Detail.

Vieles bleibt bei Busverkehren nach oder in Großbritannien wie bisher, manches ändert sich. (Foto: Pixabay)
Vieles bleibt bei Busverkehren nach oder in Großbritannien wie bisher, manches ändert sich. (Foto: Pixabay)
Claus Bünnagel

Kurz vor dem Brexit wurde ein Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien (UK) beschlossen. Für grenzüberschreitende Busverkehre nach UK gilt nun: 

  • Der Gelegenheitsverkehr wird weiterhin durch das Interbus-Übereinkommen geregelt
  • Linienverkehr und Sonderformen des Linienverkehrs werden vorübergehend durch das Handelsabkommen geregelt

Nach Inkrafttreten eines ergänzenden Protokolls zum Interbus-Übereinkommen wird auch der Linienverkehr nach UK durch dieses Übereinkommen sichergestellt. Hier ein Überblick: 

Einreisebestimmungen 

EU-Bürger können bis am 30. September 2021 weiterhin mit dem Personalausweis nach Großbritannien einreisen. Ab dem 1. Oktober 2021 benötigen alle Reisenden einen Reisepass. Touristen aus Deutschland benötigen kein Visum, sofern der Aufenthalt nicht länger als sechs Monate dauert. 

Fahrgastrechte / Verbraucherschutz 

Die Fahrgastrechte von Busreisenden bei Fahrten von der EU nach UK ändern sich nicht. Für Pauschalreisen gilt weiterhin der Insolvenzschutz nach der EU-Pauschalreiserichtlinie, sofern die Reise in der EU gebucht wird. Wird die Pauschalreise nur in UK angeboten, gilt britisches Recht. 

Gelegenheitsverkehr 
Gelegenheitsverkehre sind nicht genehmigungspflichtig. 

Linienverkehr / Sonderformen des Linienverkehrs 

Grenzüberschreitende Linienverkehre und Sonderformen des Linienverkehrs von und nach UK sowie die damit zusammenhängenden Leerfahrten sind weiterhin erlaubt. Für die Durchführung ist eine Genehmigung erforderlich. Werden auf der Strecke Haltestellen in UK eingeplant, müssen diese vorab nach den britischen Bestimmungen genehmigt werden. Nicht zulässig sind Routen, deren Start- und Endhaltestellen sich beide in Großbritannien befinden. Transitfahrten durch UK, d.h. ohne die Aufnahme oder das Absetzen von Fahrgästen, sind zulässig. Diese Regelungen gelten entsprechend auch für britische Busunternehmen bei Fahrten in die EU. 

Mitzuführende Unterlagen 

  • Genehmigung zur Durchführung des Verkehrsdiensts (beglaubigte Kopie ausreichend)
  • Betreiberlizenz des Busunternehmens für den grenzüberschreitenden Personenkraftverkehr (beglaubigte Kopie ausreichend)
  • Gelegenheitsverkehr (Busreisen): Interbus-Fahrtenblatt 
  • Sonderformen des Linienverkehrs: 
    −  Vertrag zwischen dem Veranstalter und dem Busunternehmer (Original oder Kopie) 
    −  Beleg, dass eine bestimmte Fahrgastgruppe befördert wird und andere Fahrgäste von der Beförderung ausgeschlossen sind
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